Neue Details im Mordfall Dänischenhagen

Stand: 22.06.2021 12:25 Uhr

Polizei und Staatsanwaltschaft haben in dem Fall der tödlichen Schüsse in Dänischenhagen und Kiel neue Einzelheiten zum Stand der Ermittlungen bekannt gegeben.

Die am Tatort sichergestellten Patronenhülsen und eins der von Tauchern entdeckten Waffenteile passen zueinander und gehören zu einer Uzi. Das hat laut Polizei eine kriminaltechnische Untersuchung ergeben. Die in Israel entwickelte Maschinenpistole wird von Armeen und Polizeieinheiten verwendet und unterliegt dem Kriegswaffenkontrollgesetz. Nach Angaben der Ermittler wurde die vollautomatische Waffe in Dänischenhagen (Kreis Rendsburg-Eckernförde) benutzt. Dort fanden Beamte eine zweistellige Hülsenanzahl.

Mehrere Waffenteile versenkt

Der mutmaßliche Täter, ein 47-Jähriger aus Westensee (Kreis Rendsburg-Eckernförde), soll die Waffe bei einem Bekannten abgelegt haben. Der wiederum hat nach jetzigem Stand der Ermittlungen die Maschinenpistole zerlegt und an verschiedenen Stellen versenkt. Polizeitaucher aus Eutin fanden bisher zehn Teile. Weitere Untersuchungsergebnisse stehen noch aus.

Schüsse in Kiel aus Pistole

Fest steht nun auch: Der im Hasseldieksdammer Weg in Kiel erschossene 52-Jährige wurde durch Schüsse aus einer Pistole getötet. Ob es sich dabei um die Waffe handelt, die der 47-jährige Tatverdächtige bei der Polizei abgab, als er sich nach den Taten in Hamburg stellte, steht noch nicht fest.

Die Ermittlungen konzentrieren sich jetzt auf eine genaue Rekonstruktion der Taten und darauf, die Herkunft der sichergestellten Waffen beziehungsweise der Waffenteile zu klären.

Mutmaßlicher Täter weiter in U-Haft

Der Tatverdächtige sitzt in U-Haft. Ihm wird vorgeworfen, seine von ihm getrennt lebende Frau, ihren neuen Freund und den 52-jährigen Mann erschossen zu haben. Die Polizei vermutet Eifersucht als Motiv, doch genau geklärt ist noch nichts. Der Angeklagte hatte die Schüsse zwar zugegeben, schweigt aber zu den Einzelheiten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.06.2021 | 08:00 Uhr

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