Vier Menschen und ein Hund gehen am Strand spazieren, während sich am Himmel dunkle Wolken auftürmen. © NDR Foto: Wolfgang Bayer aus Neubrandenburg

Neue Corona-Regeln trotz teils niedriger Inzidenzwerte in SH?

Stand: 23.11.2020 17:53 Uhr

Schleswig-Holstein hat derzeit im Bundesvergleich einen der niedrigsten Sieben-Tage-Inzidenzwerte. Vor dem Bund-Länder-Treffen ist aber nicht klar, ob mögliche neue Regeln auch für Kreise mit niedrigen Infektionszahlen gelten werden.

Am Mittwoch entscheidet sich, ob die aktuellen Corona-Regeln weiterhin bestehen bleiben, gelockert oder verschärft werden. Dann beraten Bund und Länder darüber, wie es in der Corona-Pandemie weitergeht. Derzeit ist im Gespräch, den Teil-Lockdown bis zum 20. Dezember zu verlängern. Unklar ist aber, ob die möglichen neuen Regeln dann für alle gelten oder nur für Städte und Kreise mit besonders vielen Neuinfektionen. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich bereits dafür ausgesprochen, einzelne Regeln am Infektionsgeschehen vor Ort festmachen zu wollen. Für eine Verschärfung der Regelungen gebe es in Schleswig-Holstein derzeit keinen Grund. Im Bundesvergleich steht Schleswig-Holstein momentan zusammen mit Mecklenburg-Vorpommern am besten da. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 46 (Datenstand 22.11.).

Auf der folgenden Karte können Sie das Infektionsgeschehen der Landkreise in ganz Deutschland betrachten. Die Zahlen basieren auf den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI). Sie sind am Vortag des jeweils angegebenen Datums ans RKI übermittelt worden. Sie sind nicht so aktuell, wie die Zahlen, die oben genannt werden, die drirekt von den Kreisen stammen. Die Angaben können also leicht voneinander abweichen.

Kreis Schleswig-Flensburg hat bundesweit niedrigsten Wert

Im Kreis Schleswig-Flensburg liegt der Sieben-Tage-Inzidenzwert derzeit bei sieben. Hier gab es also nur sieben Neuinfektionen, gerechnet auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Im Bundesvergleich ist es der Kreis mit dem niedrigsten Inzidenzwert. Von einer Lockerung der Corona-Regeln hält der Kreis aber nichts. Die Regeln helfen dabei, das Virus in Schach zu halten, heißt es aus dem Kreis-Gesundheitsamt. Nur weil sich die Einwohner an Abstands- und Maskenpflicht hielten, seien die Infektionszahlen so niedrig. Hier hofft der Kreis auf bundeseinheitliche Regeln.

FFP3-Schutzmasken mit Filterventil werden in einem Baumarkt zum Verkauf angeboten. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

AUDIO: Geringster Inzidenzwert in Schleswig-Holstein (1 Min)

Rendsburg-Eckernförde: Infektionszahlen regional berücksichtigen

Auch der Kreis Rendsburg-Eckernförde hat derzeit einen relativ geringen Sieben-Tage-Inzidenzwert, aktuell liegt er bei 23,3. Der Kreis hat den Wunsch geäußert, dass einzelne Regeln von den Infektionszahlen abhängig gemacht werden. Unterstützung bekommt der Kreis dabei vom Landkreistag. Dessen Vorstand Sönke Schulz sagte, dass beispielsweise Jugendsportvereine bei niedrigen Infektionszahlen öffnen sollten. Auch Restaurants solle der Betrieb ermöglicht werden, wenn sie nicht gerade in der Nähe eines Corona-Hotspots lägen. Die Gefahr sei sonst zu groß, dass Menschen aus den Orten mit vielen Corona-Infektionen in Gebiete mit wenig Infektionen einreisen könnten und so das Virus weiter verbreiten würden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 23.11.2020 | 17:00 Uhr

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