Neue App "Cropspot": Landwirte und Händler vernetzen sich

Stand: 13.10.2021 05:00 Uhr

Die Vermarktung der Ernte ist nicht immer einfach. Die digitale Handelsplattform "Cropspot" soll Landwirte und Händler unkompliziert zusammenbringen. Die Anmeldung ist kostenlos, für Vermittlungen wird eine Gebühr fällig.

Rupert Schwarz vom Gut Frauenholz bei Rethwisch (Kreis Stormarn) ist einer der Landwirte, die "Cropspot" nutzen. Er sieht auf der App Angebot und Nachfrage. Der Landwirt kann also beispielsweise selbst eingeben, welche Getreidesorten er in welcher Menge verkaufen möchte, wo die Ware liegt, wie sie verladen werden kann und was sie kosten soll. "Andersrum ist es genauso: Wenn wir zum Beispiel Futtergetreide für die Schweine suchen, kann ich hier ein Gesuch hochladen", erklärt Schwarz.

"Cropspot"-Gründer Fallmeier sieht Chancen in Digitalisierung

Laut Rupert Schwarz ist es mitunter zeitaufwendig, die Ernte zu verkaufen. Regelmäßig muss er mit Landhändlern sprechen und checken, wo er den besten Preis bekommt. Auch der studierte Landwirt Tobias Fallmeier kannte dieses Problem. "Ich habe über mehrere Jahre im Agrarhandel gearbeitet und sehr viele analoge Prozesse gesehen und verfolgt." Fallmeier sah in der Digitalisierung die Chance, die Vermarktung zu vereinfachen. Zusammen mit dem Landwirt Maximilian von Weichs war dann die Idee von "Cropspot" geboren - und das Start-Up in Hamburg wurde gegründet.

300 Nutzer in SH, 1.500 deutschlandweit

Die Plattform gibt es jetzt seit etwa eineinhalb Jahren. Mittlerweile sind in Schleswig-Holstein 300 Nutzer registriert - bundesweit sind es 1.500. Die Anmeldung ist kostenlos. Die User bleiben so lange anonym, bis sie sich auf ein Geschäft einigen. Das junge Unternehmen verdient eine Kommissionsgebühr: 50 Cent pro gehandelter Tonne. "Die größte Herausforderung, die wir haben, ist es, die Macht der Gewohnheit zu durchbrechen und unsere Nutzer dazu zu bringen, neue innovative Vermarktungsmöglichkeiten anzunehmen", sagt Fallmeier.

Landwirt Schwarz glaubt nicht, dass die App den klassischen Landhandel - das Telefonieren und Miteinander sprechen - komplett ersetzen kann. Aber eine Alternative sei es allemal, so der Bauer aus Rethwisch.

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Dieses Thema im Programm:

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