Stand: 22.01.2020 18:47 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Nachhaltigkeit im Norden: Konferenz in Norderstedt

Nachhaltigkeit im Umgang mit Erde, Wasser und Energie. Ein viel gehörtes Thema in diesen Zeiten. Es geht darum zu überlegen, was die Dinge, die man tut, auf Dauer für Auswirkungen haben. Und dass man versucht, die Dinge so zu erhalten, wie sie sind oder sie zu verbessern. In Norderstedt (Kreis Segeberg) diskutierten Politiker, Umweltschützer, Tourismusexperten und Wissenschaftler am Mittwoch darüber, wie sich Deutschland nachhaltig entwickeln lässt. Die Bundesregierung will die sogenannte Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie auf den neuesten Stand bringen.

Die Regionalkonferenz in Norderstedt sollte unter anderen die Frage diskutieren, was sich ändern muss, damit eine entsprechende Entwicklung auch in Norddeutschland klappt. Für Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), ebenfalls Teilnehmerin der Diskussion, bleibt speziell in Schleswig-Holstein die Windenergie ein wichtiger Punkt: "Das bringt was für die Bürgerinnen und Bürger, die eben diese Windparks vor der Tür haben, daran auch beteiligt sind und darüber auch Einnahmen haben. Das ist wirklich beispielhaft", sagte die Ministerin. "Da würde ich mir wünschen, dass ein bisschen mehr Norddeutschland nach Süddeutschland kommt."

Norderstedt: Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit

Schleswig-Holstein Magazin -

Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich Herbert Brüning, Leiter des Amtes Nachhaltiges in Norderstedt, mit dem Thema. Seit 1999 gibt es LEDs in Ampeln und Straßenbeleuchtung, Kreisel statt Ampeln.

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Günther kritisiert "Zickzackkurs bei der Energiewende"

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte allerdings, dass Nachhaltigkeit nur als Gemeinschaftswerk gelingen könne und Bund und Länder deshalb zusammenarbeiten müssten - was nach Günthers Ansicht derzeit nicht immer der Fall ist. Wörtlich sprach er von einem "Zickzackkurs bei der Energiewende". Einerseits wolle Deutschland 65 Prozent Ökostrom-Anteil bis 2035 erreichen, andererseits werde der Ausbau der Windenergie gedeckelt - und wegen des schleppenden Netzausbaus müssten Windkraftanlagen abgeschaltet werden, sagte der Regierungschef des nördlichsten Bundeslandes in Norderstedt.

Günther sagte, die parlamentarische Demokratie müsse nun schneller zu Lösungen kommen als bisher. Er wäre beispielsweise für klare Vorgaben bei der Nutzung von Landstrom: "Dass ab einem bestimmten Jahr Schiffe mit Dieselmotor nicht mehr an einem deutschen Hafen festmachen dürfen." Wichtig seien aber verlässliche, langfristige Vorgaben, damit sich die Schifffahrt oder auch die Landwirtschaft darauf einstellen könnten.

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Landwirte konfrontieren Bundesumweltministerin Schulze

Bundesumweltministerin Schulze bekam die derzeitigen Bauern-Proteste vor dem Kulturwerk in Norderstedt zu spüren. Rund 100 Landwirte empfingen die Ministerin mit ihren Traktoren und stellten ihr ruhig und sachlich Fragen zur Zukunft der Landwirtschaft. Schulze plädierte für eine finanzielle Unterstützung von Landwirten, will die Bauern in Sachen Natur- und Klimaschutz aber gleichzeitig auch stärker in die Pflicht nehmen. Allgemein forderte Schulze, dass jede Bürgerin und jeder Bürger die Nachhaltigkeitsziele im Alltag konkret leben müsse - zum Beispiel, indem man auf Plastiktüten verzichte oder ein schadstoffarmes oder -freies Auto kaufe.

Wirtschaftswissenschaftler Felbermayr mahnt Anreize an

Der Kieler Wirtschaftswissenschaftler Prof. Gabriel Felbermayr vom Institut für Weltwirtschaft nannte passende Rahmenbedingungen und Anreize als zentrale Aufgabe. Internationale Transporte - zum Beispiel von Treibstoff - zu subventionieren, sei falsch. Eine Besteuerung sei sinnvoll, so Felbermayr. Damit nehme wirtschaftlich eigentlich überflüssiger Handel ab - und der Handel regionaler Produkte automatisch zu, sagte der Wissenschaftler.

Die Veranstaltung im Kulturwerk ist Teil einer bundesweiten Dialogreihe. Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie orientiert sich seit 2016 an den Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

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Seit knapp einem Jahr leitet Prof. Gabriel Felbermayr das Kieler Institut für Weltwirtschaft. Jetzt hat er seine Antrittsvorlesung an der Uni zum Thema "Handelskrieg im 21. Jahrhundert" gehalten. Video (03:04 min)

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 22.01.2020 | 19:30 Uhr

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