Stand: 13.04.2018 21:06 Uhr

Nach Randale in Preetz: "Das war der pure Hass"

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Am Freitag kamen Torsten Geerdts (l., Staatssekretär) und Thomas Bauchrowitz (Polizei Kiel) nach Preetz.

Die Angriffe von Jugendlichen auf die Polizeiwache in Preetz (Kreis Plön) haben hohe Wellen geschlagen. Nicht nur die Preetzer, sondern auch Politiker diskutieren über die Steinewerfer. Das Ziel der Teenager waren auch Polizisten, die zum Glück unverletzt blieben. Am Freitag gab die Polizei bekannt, dass ein zweiter Jugendlicher vorübergehend festgenommen wurde. Ein Junge war direkt nach dem Angriff in der Nacht zu Dienstag festgenommen und später wieder freigelassen worden. Der Staatssekretär des Innenministeriums, Torsten Geerdts (CDU), machte sich am Freitag ein Bild vor Ort. Er bezeichnete den Angriff auf die Polizisten als "puren Hass. Das finde ich unerträglich." Es brauche eine Gesamtdiskussion, wie man mit Polizeibeamten umgehe, so Geerdts. "Früher hieß es: Die Polizei, Dein Freund und Helfer. Dahin müssen wir zurückkommen."

Geerdts: Beamten haben sich vorbildlich verhalten

Geerdts betonte seine Solidarität mit der Polizei und stärkte den angegriffenen Beamten den Rücken. Sie hätten sich vorbildlich verhalten und Beweismaterial noch am Tatabend sichergestellt. Gewalt gegen die Polizei dürfe nicht hingenommen werden. Laut Geerdts werden in Schleswig-Holstein jedes Jahr etwa 400 Polizeikräfte selbst Opfer von Gewalt.

Psychologische Betreuung für Polizisten

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Jugendliche haben auf die Polizeiwache in Preetz und auf Beamte Steine geworfen.

Auch der Leiter der Polizei Kiel, Thomas Bauchrowitz, kam nach Preetz. Er sagte, dass einige der Beamten, die in der Nacht zu Dienstag angegriffen wurden, nun psychologisch betreut werden. "Alles ist gut gelaufen. Sehr professionell. Aber wenn man dann zur Ruhe kommt und mal durchatmet, dann fängt es im Kopf doch ein bisschen an zu arbeiten. Und dann denkt man: Mensch, was ist mir da eigentlich eben passiert? Was wäre, wenn der Stein mich getroffen hätte?" Genau für diese Situation werde nun professionelle Unterstützung angeboten.

Es geht wohl vor allem um Sachbeschädigung

Laut Staatsanwaltschaft Kiel dürfte den Jugendlichen vor allem Sachbeschädigung vorgehalten werden. Ob auch der Vorwurf der versuchten gefährlichen Körperverletzung gemacht werde, sei noch zu prüfen. Über das Alter und die Nationalität der Jugendlichen machte die Staatsanwaltschaft mit Hinweis auf die Schutzbestimmungen keine Angaben. Außerdem wurde am Freitag betont, dass es noch mehr Polizeipräsenz in Preetz geben soll. Es solle sich mehr Zeit genommen werden, um mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen - etwa in Schulen und im Jugendzentrum.

Bürgermeister will Weg weitergehen

Der Bürgermeister von Preetz, Björn Demmin (parteilos), hatte am Donnerstag die Angriffe auf die Polizeibeamten verurteilt. Die Stadt wolle weiterhin auf Prävention und Streetworker setzen. Allerdings könne man mit den Angeboten, die die Stadt erarbeitet habe, nur noch die Jugendlichen abholen, die keine Straftaten begangen hätten. Hierbei könne die Rolle der Stadt lediglich moderierend oder begleitend sein. Anwohner äußerten sich in Gesprächen mit NDR 1 Welle Nord besorgt. Eine Frau berichtete, dass sie sich nachts nicht mehr allein über den Marktplatz traue. Ein Mann forderte, herauszufinden, wo die Probleme der Jugendlichen liegen.

Erst seit Kurzem kein "gefährlicher Ort" mehr

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Die Polizei muss nun entscheiden, ob der Innenstadtbereich wieder zum "gefährlichen Ort" erklärt wird.

Das Problem mit den Heranwachsenden besteht schon seit mehr als einem Jahr. Im vergangenen Mai hatte die Polizei den Marktplatz von Preetz als "gefährlichen Ort" eingestuft, weil es dort immer wieder Straftaten vor allem durch Jugendliche gegeben hatte. Wird ein Ort so deklariert, darf die Polizei vorbeugend Menschen anhalten, sie durchsuchen und Personalien feststellen.

Anfang April war der Marktplatz wieder als sicher befunden worden, die Lage hatte sich nach Einschätzung der Polizei beruhigt. Die Stadt Preetz versuchte dem Problem mit einem Jugendtreff und Streetworkern Herr zu werden. Nach den neuen Vorfällen steht nun zur Debatte, ob die Innenstadt von Preetz wieder zum "gefährlichen Ort" erklärt wird.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.04.2018 | 16:30 Uhr

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