Ein Müllfahrzeug lädt Altpapier auf einem Recyclinghof ab. © NDR

Nach den Feiertagen: Kraftakt für die Müllabfuhr in Mölln

Stand: 28.12.2020 18:35 Uhr

Der Montag nach den Weihnachtsfeiertagen ist traditionell ein Tag mit viel Arbeit für die Müllwerker. Durch die Corona-Pandemie gibt es in diesem Jahr aber noch mehr Papier und Pappe als sonst.

Montagfrüh in Mölln im Kreis Herzogtum Lauenburg. Es ist Schichtbeginn in der Ratzeburger Straße. "Der Tag nach Weihnachten ist immer der schlimmste Tag im Jahr", erzählt Fred Koop, der schon seit 35 Jahren als Müllwerker unterwegs ist. Durch die gestiegene Zahl der Online-Bestellungen kommt zum Geschenkpapier jetzt auch noch deutlich mehr Karton dazu. Das beobachten er und seine Kollegen schon seit Beginn der Pandemie. Die Kartons führen aber auch auch zu Problemen, wie Fred Koop gleich am ersten Müllsammelplatz an der Ratzeburger Straße in Mölln feststellt: "Solche großen Pappen werden im Ganzen reingesteckt und verklemmen den ganzen Container. Der Nächste denkt dann, der Behälter ist voll und schmeißt das nebenbei."

34 Kubikmeter Papier passen in den Wagen

165 Container will Fred Koop heute schaffen. In Mölln, Oststeinbek, Glinde, Neuschönningstedt und Reinbek ist er unterwegs. An den meisten Plätzen wiederholt sich das Bild: Plastikmüll zwischen Papier oder überfüllte Plätze. "Das Schlimmste ist, wenn die Menschen das obendrauf schmeißen. Dann müssen wir das runter nehmen und an die Seite stellen. Das kostet Zeit", erzählt Fred Koop. In seinen Lkw passen 34 Kubikmeter Papier und Pappe. Weil sein Wagen den Müll pressen kann, reicht das für 34 bis 40 Container. Allein mit den Behältern in Mölln ist sein Wagen schon nach zwei Stunden randvoll. Dann muss er zum Abkippen in die 45 Minuten entfernte Sortieranlage in Ahrensburg (Kreis Stormarn).

"Ich wünsche mir mehr Rücksicht"

Rund fünf Tonnen Papier und Pappe lädt Fred Koop ab. Dazwischen sieht er - wie immer - einiges, was eigentlich nicht in die Papiertonne gehört. Er wünscht sich mehr Rücksicht: "Wenn die Leute doch nur vernünftiger wären. Ein Schlafsack gehört da halt nicht rein. In Mölln stehen überall Altkleiderbehälter, da kann man das auch reinschmeißen." Die Tour des Müllwerkers geht noch bis 16 Uhr, dann ist er zehn Stunden gefahren und hat mindestens noch zwei Mal in Ahrensburg abgeladen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Magazin | 28.12.2020 | 19:30 Uhr

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