Feuerwehrleute schauen auf ihre verrußten und beschädigten Einsatzfahrzeuge. © dpa-Bildfunk Foto: Jonas Walzberg/dpa

Nach Fahrzeughallen-Brand: Feuerwehr Oldenburg muss sich abmelden

Stand: 14.09.2021 16:07 Uhr

Etwa 100 Feuerwehrleute haben in der Nacht und am Morgen einen Brand in der zentralen Wache der Feuerwehr in Oldenburg (Holstein) gelöscht. Nach Informationen der Feuerwehr ist ein Fahrzeug komplett ausgebrannt, viele weitere wurden beschädigt.

Die Flammen beschädigten insgesamt acht Fahrzeughallen und eine Waschhalle schwer. 14 Fahrzeuge standen in dem Gebäudekomplex. Verletzt wurde niemand. Ein Polizeisprecher bezeichnete die Gebäude als nicht mehr nutzbar und abrissreif. Die Ermittlungen zur Brandursache sind bereits aufgenommen worden. Die Stadt Oldenburg geht von einem technischem Defekt aus. Erste Ermittlungen der Kripo deuteten darauf hin, dass es an einem sieben Jahre alten Feuerwehrauto lag, das in dem Gerätehaus stand, hieß es.

Benachbarte Feuerwehren springen ein

Die genaue Schadenshöhe konnte zunächst nicht beziffert werden. Von der Feuerwehr hieß es, die Technik der Fahrzeuge sei sehr sensibel, deshalb gehe man hier von einem Millionenschaden aus. "Die Oldenburger Wehr ist fürs erste nicht einsatzfähig, die Nachbarwehren aus Heiligenhafen und Lensahn übernehmen zunächst den Brandschutz in Oldenburg", sagte der Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Ostholstein, Hartmut Junge. Derzeit werde überprüft, was von der Ausrüstung noch brauchbar sei.

Emotional Spuren hinterlassen

An den Löscharbeiten beteiligten sich auch Oldenburger Feuerwehrleute, für die es nach eigenen Angaben sehr emotional war, ihre eigene Feuerwehr zu löschen. "Man hat eine Familie, man hat Arbeit, man hat die Feuerwehr. Und das ist ja ein Teil seiner Freizeit, die hier gerade in Rauch und Flammen aufging. Und für viele ist wichtig, dass es hier irgendwie weitergeht", sagte Feuerwehrmann Hasselmann. Einige Einsatzkräfte wurden vor Ort psychologisch und seelsorgerisch betreut.

Und auch die Menschen in Oldenburg sind betroffen. "Ich war selber viele Jahre lang Mitglied in der Feuerwehr und, wenn ich das jetzt so sehe, das tut einem in der Seele weh. Ich kriege Gänsehaut, wenn ich das seh. Schlimm", sagte Thomas Ehrich. Und Dieter Pesche: "Das tut weh. Als Oldenburger leidet man. Vor allem: Was passiert, wenn es jetzt in Oldenburg brennt?" Für Dienstag übernahmen benachbarte Feuerwehren das Gebiet. Ab Mittwoch wollen dann die Oldenburger wieder selbst startklar sein für den Einsatz, erstmal mit geliehenen Geräten und Autos.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.09.2021 | 07:00 Uhr

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