Der vordere Teil eines Reihenhauses wurde durch eine Explosion zerstört. © Daniel Friedrichs

Nach Brand in Nortorf: Tatverdächtiger ist tot

Stand: 19.03.2021 19:28 Uhr

Nach dem Brand in einem Reihenhaus in Nortorf ist der Tatverdächtige tot. Der Mann stand im Verdacht, seine Lebenspartnerin umgebracht und das gemeinsame Haus angezündet zu haben.

Der 56-Jährige wurde am Freitagmorgen leblos in seiner Zelle gefunden, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Dem Anschein nach beging der Mann Suizid. Sein Leichnam soll zur Klärung der Todesursache obduziert werden.

Staatsanwaltschaft sieht derzeit keine Versäumnisse

Die Anstaltsleitung sagte NDR Schleswig-Holstein, dass der Mann nach mehreren psychologischen Gesprächen nicht mehr als selbstmordgefährdet galt. Anders als am Tag seiner Einlieferung. Anzeichen für Versäumnisse in der Justizvollzugsanstalt sieht die Staatsanwaltschaft zurzeit nicht, sagte Michael Bimler von der Staatsanwaltschaft Kiel. Die Staatsanwaltschaft will jetzt die genauen Todesumstände aufklären und befragt dazu unter anderem die Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt.

Mann soll Lebensgefährtin getötet haben

Dem Mann war vorgeworfen worden, seine 54 Jahre alte Lebensgefährtin am 1. März getötet und anschließend das gemeinsam bewohnte Reihenhaus in Nortorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) in Brand gesteckt zu haben, um das Verbrechen zu vertuschen. Das Haus wurde durch eine Explosion weitgehend zerstört. Die Leiche der Frau fanden Einsatzkräfte am 4. März in den Trümmern. Ihr Lebensgefährte kam einen Tag nach dem Leichenfund in Untersuchungshaft.

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Wo es Hilfe und Beratung gibt

Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen oder Bekannten festgestellt?

Nummer gegen Kummer

  • Für Eltern und andere Erwachsene, die sich um Kinder sorgen: (0800) 111 0 550
  • Für Kinder und Jugendliche: 116 111

Telefonseelsorge: (0800) 111 0 111 oder (0800) 111 0 222

Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter www.telefonseelsorge.de

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 19.03.2021 | 14:00 Uhr

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