Stand: 08.05.2019 17:50 Uhr

Nach 80 Jahren: Salondampfer "Alexandra" fertig saniert

von Nils Hansen

Rund drei Jahre lang wurde das maritime Wahrzeichen Flensburgs, der Salondampfer "Alexandra", saniert. Der Heizkessel wurde ausgetauscht und der Schiffsboden erneuert. Rund 800.000 Euro sollen die Maßnahmen nach Angaben des Alexandra-Fördervereins gekostet haben. Bis heute aber hat etwas zum Originalzustand gefehlt: Die historischen Rettungsboote, die seit den 1930er-Jahren nicht mehr an Bord waren. Jetzt ist die Alexandra endlich wieder komplett.

Salondampfer "Alexandra" endlich komplett

Zentimeterarbeit mit einem großen Kran

Rot-Weißes Flatterband hängt um den Eingangsbereich der Alexandra am historischen Hafen in Flensburg. Ein großer Kran steht auf der Promenade. Er hievt das erste von zwei Rettungsbooten an Deck der "Alex". Zentimeterarbeit, die der Kapitän Günther Herrmann mit seiner Digitalkamera festhält. Seine Kollegen vom Förderverein hängen das Rettungsboot an die Haken der neuen Stahlkonstruktion, die neben dem Schornstein hängt. "Mahagoniholz und Messingnieten haben die Werftarbeiter verwendet", sagt der Kapitän, während er mit seiner Hand über das Boot streicht. Er ist sichtlich stolz auf das Ergebnis.

Flensburger Werft baute historische Boote ohne Pläne

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05.05.2017 10:30 Uhr

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Immer wenn Zeit war, wurde in der Robbe & Berking Classics Werft auf der Ost-Seite des Hafens an der Konstruktion der beiden kleinen Holz-Boote gearbeitet. Alte Baupläne gibt es nicht. Die Schiffbauer nutzten historische Fotos als Vorbild, damit die Rettungsboote möglichst so aussehen, wie vor 100 Jahren. Falls die "Alexandra" in der ruhigen Flensburger Förde in Seenot geraten sollte, könnten die Boote wirklich zu Wasser gelassen, sagt Kapitän Herrmann. Allerdings sei das Schiff mit moderneren Varianten für die Rettung im Notfall ausgestattet. Deshalb bleiben die weißen Rettungsboote aller Voraussicht nach Zierde.

Bei der Schiffstaufe 1908 hatte die "Alexandra" noch ihre Rettungsboote. Günther Herrmann vermutet, dass sie in den 1930er-Jahren, zu Zeiten der Fördereederei und der vereinigten Flensburg-Ekensunder und Sonderburger Dampfschifffahrtsgesellschaft, bei Reparaturen abgenommen und nicht wieder an Bord genommen wurden.

Auf Sanierung folgt Test

Nach drei Jahren sind alle Arbeiten, die sich der Förderverein vorgenommen hatte, abgeschlossen. Tests sollen nun zeigen, ob die "Alexandra" auch in Zukunft noch seetüchtig ist. Dafür soll in dieser Woche ein so genannter Krängungstest gemacht werden. Dafür werden schwere Eisengewichte auf die Steuer- und Backbordseite gestellt und dann hin und her getragen. Dabei beobachten Experten, wie stark sich der Dampfer zur Seite neigt. Danach errechnen sie, ob die "Alexandra" auch noch weiterhin stabil ist. Kapitän Herrmann geht davon aus, dass seine "Alexandra" die Tests bestehen wird. Sonst, so scherzt er, müsse man eben erneut den Boden verstärken und die Arbeiten würden von vorn beginnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.05.2019 | 16:30 Uhr

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