Blick auf ein Schild am Fähranleger. © NDR Foto: Sven Jachmann

NOK: Ärger um marode Fähranleger

Stand: 10.02.2021 08:00 Uhr

Die maroden Fähranleger stehen heute auf der Tagesordnung im Wirtschaftsaussschuss. Der Generaldirektor des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes stellt sich den Fragen des Ausschusses.

Von Laura Albus

Fahrzeuge, die mehr als 30 Tonnen wiegen, dürfen einige Fähren zwischen Brunsbüttel und Hochdonn nicht mehr nutzen - die Anleger sind zu marode. Deswegen gilt nun eine Gewichtsbeschränkung: Alles, was schwerer ist, muss künftig außen herum fahren. Doch das ist für einige gar nicht ohne weiteres möglich. Vor allem Treckerfahrer, die die Fähren normalerweise mehrmals täglich nutzen, haben ein Problem. Und von ihnen gibt es einige. Dass saniert werden muss, steht fest - nur wann, ist noch völlig unklar.

Fragen zu Einschränkungen

Am Mittwochmittag ist der Generaldirektor vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (GDWS), Prof. Hans-Heinrich Witte, im Wirtschaftsausschuss des Landtags zu hören. Seinen Besuch hatten CDU, Grüne und FDP angefordert. Witte soll über die aktuellen Schäden an den Fähranlegern des Nord-Ostsee-Kanals und die daraus resultierenden Einschränkungen sowie die notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen berichten.

Zwei Stunden Umweg

Lohnunternehmer Jan Nagel aus Averlak ist einer der betroffenen Landwirte. Er nutzt die Fähre normalerweise mehrmals täglich mit seinen etwa 45 Fahrzeugen, die er im Einsatz hat. Die Gewichtsbeschränkung betrifft ihn also direkt: "Wenn wir von hier mit vollem Gewicht rüber wollen, dann müssen wir über Albersdorf fahren. Und das sind zwei Stunden Umweg, wenn ich nach Kudensee will." Denn Averlak und Kudensee liegen eigentlich nur etwa zwei Kilometer voneinander entfernt, jeweils links und rechts des Kanals. Doch für die Fähranleger sind seine voll beladenen Schlepper meistens zu schwer.

Er fordert, dass die Hochbrücke Brunsbüttel zumindest vorübergehend für langsame Fahrzeuge freigegeben wird, denn die führt über den Kanal - er kann sie sogar von seinem Hof aus sehen. Aber benutzen darf er sie mit seinen Schleppern nicht, weil sie zu langsam sind. Die Brücke sei zwar mautpflichtig, aber immer noch günstiger als der Umweg von knapp 60 Kilometern. Auch die Autobahnbrücke der A23 bei Schafstedt darf er aufgrund der Mindestgeschwindigkeit nicht benutzen.

Eine Lösung, die eigentlich keine ist

Nagel sieht nur noch die Möglichkeit, seine Anhänger zur Hälfte zu beladen. "Wenn man zwei Fuhren anstatt einer macht, dann ist das ja der doppelte Preis. Das sind erhebliche Mehrkosten, die gar nicht darstellbar sind", sagt Jan Nagel. Denn diese Mehrkosten müsste er an die Landwirte, die ihn beauftragen weitergeben. Er ist gespannt, was im Wirtschaftsausschuss herauskommt. Aber: An eine Lösung, so wie Kaiser Wilhelm sie den Anwohnern vor dem Bau des Kanals zugesichert hatte - eine kostenfreie Querung des NOK für alle - daran glaubt Jan Nagel derzeit nicht.

Weitere Informationen
Blick auf ein Schild am Fähranleger. © NDR Foto: Sven Jachmann

Marode Fähranleger am NOK: Nun stehen die ersten Verbotsschilder

Seit Herbst ist klar: Einige Fähranleger am Nord-Ostsee-Kanal sind stark beschädigt. Erst ab jetzt müssen schwere Lkw und Trecker Umwege fahren. mehr

Eine Fähre auf dem Nord Ostsee Kanal © NDR Foto: Ingo Martin

NOK-Fähranleger zwischen Landwehr und Breiholz in Ordnung

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hat die Fähranleger am Nord-Ostsee-Kanal zwischen Landwehr und Breiholz inspiziert. mehr

Die Fähre setzt mit einigen Autos über. © Christian Wolf Foto: Christian Wolf

NOK-Fähranleger stark beschädigt: Nutzung wird eingeschränkt

Bei mehreren Anlegern ist die Statik in Gefahr. Künftig dürfen nur noch Fahrzeuge bis 30 Tonnen Last darüber fahren. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 10.02.2021 | 19:30 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Frust bei den Drittliga-Fußballern des VfB Lübeck nach der 1:2-Pleite gegen den FSV Zwickau © IMAGO / Hübner

Drittligist VfB Lübeck nach 1:2-Pleite gegen Zwickau abgestiegen

Die Schleswig-Holsteiner kehren nach nur einer Saison in die Regionalliga zurück. Coach Rolf Landerl und viele Spieler müssen gehen. mehr

Videos