Stand: 06.08.2019 16:43 Uhr

Geheimnis der mysteriösen Tresore in Lübeck gelüftet

Zwei Panzerschränke im Lübecker Rathaus haben für reichlich Spekulationen gesorgt. Jahrzehntelang schlummerten sie fast vergessen in der Ecke. Niemand wusste, was sich darin befand, Schlüssel und Codes gab es nicht. Am Dienstag wurden sie nun von Mitarbeitern einer Spezialfirma geknackt. Den kleineren Tresor, so groß wie ein Minibar-Kühlschrank, öffneten die Experten innerhalb von 20 Minuten mit einem Trennschleifer. Die Spannung bei Bürgermeister Jan Lindenau war groß, als er die kleine Stahltür aufmachte. "Oha - Münzen mit dem Konterfei von Thomas Mann drauf", war seine etwas verblüffte Reaktion.

Gold und Silber hinter der Stahltür

Insgesamt wurden 30 silberne Thomas-Mann-Gedenkmünzen, eine goldene Gedenkmünze des Lübecker Senats und eine große Rolle Eintrittskarten für Rathausführungen zum Preis von 1,50 DM (0,77 Euro) entdeckt. Das Lübecker Haushaltsloch werden die Gold- und Silbermünzen wohl nicht stopfen können - der Fund soll laut Lindenau archiviert werden.

Zweiter Panzerschrank eine harte Nummer

Die Arbeiten am zweiten Tresor gestalteten sich dagegen deutlich schwieriger. "Der größere ist schon eine andere Nummer, der Schließmechanismus ist vermutlich komplizierter", sagte Sicherheitstechniker Sebastian Hahn. "Für den letzten Tresor dieser Bauart haben wir rund acht Stunden gebraucht."

Solange benötigen sie dieses Mal nicht. Nach etwa vier Stunden konnte die beiden "Panzerknacker" den großen und etwa eine Tonne schweren Stahlschrank öffnen. Hinter der dicken Tresortür lagen Verschlussakten über interne Vorgänge, Briefumschläge und ein rotes Stempelkissen. Also kein Geld und auch kein Gold, wie es sich der Bürgermeister vorher noch scherzhaft gewünscht hatte.

Verschlussakten aus der Zeit des Kalten Krieges

Was genau in den Akten steht, soll jetzt vom Stadtarchiv untersucht werden. Spannend hört es sich aber allemal an, was der Bürgermeister da gesichtet hat: In den Akten soll es unter anderem um die Frage der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Lübeck und Mecklenburg-Vorpommern gehen, wie Lindenau sagt. Außerdem waren in dem Tresor Geheimhaltungsakten zum Kalten Krieg.

Viele Spekulationen im Vorfeld

Unsere Hörer und Online-Nutzer hatten vor der Öffnung der Schränke ihre Phantasie spielen lassen und spekulierten, was wohl in den Tresoren sein könnte. Hier eine kleine Auswahl:

Was ist drin im Tresor von Lübeck?

Wie alt genau die Panzerschränke sind, ist nach Angaben der Stadt unklar. Die Rathaus-Mitarbeiter gehen aber davon aus, dass sie aus den 50er-Jahren stammen - damit müssten sie fast 70 Jahre alt sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.08.2019 | 17:00 Uhr

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