Stand: 22.08.2019 13:11 Uhr

Mordprozess Dammfleth: Staatsanwalt nennt Details

Bild vergrößern
Mit verdeckten Gesichtern sitzen die Angeklagten zum Auftakt eines Mordprozesses im Itzehoer Gerichtssaal.

Beim Auftakt im Mordprozess um die zerstückelte und einbetonierte Leiche von Dammfleth ist lediglich die Anklageschrift verlesen worden. In wenigen Sätzen schilderte die Staatsanwaltschaft Itzehoe ihre Sicht der Tat. Im Frühjahr 2017 sollen eine 37-jährigen Frau und ihr heutiger Freund den damaligen Lebenspartner der Angeklagten heimtückisch getötet haben. Die Frau soll ihren Ex-Partner in ein Kinderzimmer des gemeinsam bewohnten Reiterhofes gelockt haben. Dort habe der angeklagte Mann seinen Nebenbuhler mit zwei Schüssen in den Hinterkopf niedergestreckt, so die Anklage. Um die Tat zu verschleiern, sollen die beiden das Opfer zerstückelt und auf dem Grundstück einbetoniert haben. Die Angeklagten machten zu Prozessbeginn weiterhin keine Angaben zu den Vorwürfen.

Beziehungsstreitigkeiten als Motiv?

Laut Staatsanwaltschaft haben die Angeklagte und der Ermordete mit zwei Kindern vor vier Jahren einen Reiterhof in Dammfleth bezogen. Anfang 2017 zog der Mitangeklagte, ein Bekannter des Paars, in eine Wohnung auf dem Hof. Nachdem die Frau dem Bekannten wiederholt von Beziehungsstreitigkeiten berichtet hatte, hätten die beiden nach Ansicht der Ermittler gemeinsam entschieden, den damals 41-Jährigen zu beseitigen. Am 21. April 2017 verschwand der 41-Jährige. Eine Woche meldete die Frau ihn als vermisst. "Entsprechende Ermittlungen seien damals ergebnislos geblieben", sagte Staatsanwalt Jan-Hendrik Schwitters am Rande der Verhandlung.

Offenbar Hinweise aus dem Umfeld der Familie

Danach lebte sie mit dem 47-Jährigen mutmaßlichen Komplizen gemeinsam als Paar auf dem Hof. Zwei Jahre nach der Vermisstenmeldung rückten Polizeibeamte Anfang März dieses Jahres auf dem Hof an. Offenbar hatte es einen Hinweis aus dem Umfeld der Familie gegeben. Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler die halb einbetonierte Leiche. Seitdem sitzt das Paar in Untersuchungshaft.

17 Verhandlungstage geplant

Für den Indizienprozess vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Itzehoe sind 17 Verhandlungstage angesetzt. Es sollen bis Mitte November zahlreiche Sachverständige und Zeugen gehört werden. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 6. September anberaumt.

Weitere Informationen

Leiche in Dammfleth: Es ist der Vermisste

Nach dem Fund einer Leiche auf einem Hof im Kreis Steinburg steht die Identität des Opfers fest. Laut Polizei ist es der seit 2017 vermisste Ex-Bewohner des Hofes. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.08.2019 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

03:16
Schleswig-Holstein Magazin
02:18
Schleswig-Holstein Magazin
04:04
Schleswig-Holstein Magazin

Der Modedesigner aus Altenholz

Schleswig-Holstein Magazin