Einsatzkräfte suchen am Nord-Ostsee-Kanal nach einer Waffe. © NDR Foto: Carsten Janz

Mordfall Dänischenhagen: Ergebnisse der Obduktion liegen vor

Stand: 28.05.2021 20:19 Uhr

Die Polizei hat neue Einzelheiten zum Stand der Ermittlungen im Mordfall von Dänischenhagen und Kiel bekanntgegeben. Vor allem über die eingesetzte Waffe gibt es etwas mehr Klarheit.

Nach den beiden Tötungsdelikten in Dänischenhagen und Kiel, bei denen eine 43-Jährige, ein 52-Jähriger und ein 53-Jähriger ums Leben gekommen sind, liegt das vorläufige Obduktionsergebnis vor. Die drei Opfer sind nach Angaben der Polizei jeweils durch mehrere Schussverletzungen getötet worden. Dabei soll in Dänischenhagen eine Maschinenpistole eingesetzt worden sein. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein hat der mutmaßliche Täter dort zwei Magazine auf die beiden Opfer leer geschossen. In jedem Magazin sind bis zu 40 Schuss.

Bisher zehn Waffenteile gefunden

Der mutmaßliche Täter, ein 47 Jahre alter Zahnarzt aus Westensee (Kreis Rendsburg-Eckernförde), soll die vollautomatische Waffe bei einem Bekannten abgelegt haben. Der wiederum hat nach jetzigem Stand der Ermittlungen die Maschinenpistole zerlegt und an verschiedenen Stellen versenkt. Polizeitaucher aus Eutin fanden bisher zehn Teile - im Hafenbecken von Eckernförde, in Möltenort in der Kieler Förde und im Nord-Ostsee-Kanal in der Nähe der Levensauer Hochbrücke. Die Ermittler gehen momentan davon aus, dass sechs Teile der gesuchten Waffe zugeordnet werden können. Vier Teile müssen noch von der Kriminaltechnik untersucht werden.

Beweggründe des Bekannten unklar

Warum half der Bekannte dem mutmaßlichen Täter? Welches Interesse hatte er daran, die Waffe zu entsorgen? Diese Fragen können die Ermittler zurzeit noch nicht beantworten. Der Helfer selbst hatte nach Angaben der Kieler Staatsanwaltschaft angegeben, die Waffe versenkt zu haben und genaue Ortsangaben gemacht. "Es besteht aber kein Verdacht, dass er an den eigentlichen Taten beteiligt war", sagte Oberstaatsanwalt Michael Bimler.

Mutmaßlicher Täter weiter in U-Haft

Nach Polizeiangaben werden weiter Zeugen befragt und Spuren ausgewertet. Der 47-jährige Tatverdächtige sitzt in U-Haft. Ihm wird vorgeworfen, am Mittwoch vergangener Woche seine von ihm getrennt lebende Frau, ihren neuen Freund und einen 52-jährigen Mann erschossen zu haben. Die Polizei vermutet Eifersucht als Motiv, doch genau geklärt ist noch nichts. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein könnte der mutmaßliche Täter den 52-Jährigen bereits in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch getötet und erst danach in Dänischenhagen seine Noch-Ehefrau und ihren neuen Freund erschossen haben. Mit was für einer Waffe der Mann in Kiel erschossen wurde, steht noch nicht fest. Möglicherweise handelt es sich jedoch um die Waffe, die der 47-jährige Tatverdächtige bei der Polizei abgab, als er sich nach den Taten stellte. Der Angeklagte hatte die Schüsse zwar zugegeben, schweigt aber zu den Einzelheiten.

Weitere Informationen
Einsatzkräfte der Polizei suchen am Nord-Ostsee-Kanal nach einer Waffe. © NDR Foto: Carsten Janz

Mordfall Dänischenhagen: Polizei findet sechs Waffenteile

Bei ihrer Suche im Nord-Ostsee-Kanal ist die Polizei unter der Levensauer Hochbrücke fündig geworden. mehr

Zwei bewaffnete Pilizisten stehen an einem Einsatzfahrzeug im Kieler Stadteil Elmschenhagen. © TeleNewsNetwork

Dänischenhagen: Haftbefehl gegen Tatverdächtigen

Im Fall der drei in Kiel und in Dänischenhagen getöteten Menschen sitzt der Tatverdächtige jetzt in Untersuchungshaft. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.05.2021 | 12:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Ein Warnschild an einem Baum weist auf die Waldbrandgefahr hin © Christine Raczka Foto: Christine Raczka

Steigende Waldbrandgefahr: Boden trotz Regen noch sehr trocken

Die heißen Tage haben den Waldboden extrem ausgetrocknet. Damit die Waldbrandgefahr nachhaltig sinkt, braucht es noch mehr Regen. mehr

Videos