Moorrege: Lavendelfeld sorgt für einen Hauch Südfrankreich

Stand: 11.07.2021 06:00 Uhr

Ein Lavendelfeld im Norden ist ein seltener Anblick in Schleswig-Holstein. Das in Moorrege (Kreis Pinneberg) ist eines der größten zusammenhängenden Lavendelfelder in ganz Norddeutschland.

Jan Schmidt hat sich trotz des vielen Regens nicht von seiner Idee abbringen lassen und den Lavendel gepflanzt. Mehr als 3.500 Lavendelsträucher wachsen auf seinem Feld in Moorrege - mit Erfolg. Noch sind die Pflanzen nicht so groß wie in der Provence, aber ähnlich soll es irgendwann aussehen.

Im vergangenen Jahr machten Jan Schmidt zunächst einen Testlauf mit 350 Pflanzen. Die Schwierigkeit war das Wetter. Wäre es noch nasser gewesen, hätte der Lavendel Fäulnis bekommen können. "Aber das ist in diesem Jahr kein Problem. Es war eher ein Vorteil. Als wir angepflanzt haben, hatten wir trockenes Wetter und dann kam dauerhaft Feuchtigkeit, das war passend."

Ätherische Öle aus Lavendel

Aus den Blüten möchte Jan Schmidt unter anderem ätherischen Öle für seine Kosmetikfirma gewinnen. Bislang hat er vor allem Produkte zur Wundheilung mit medizinischem Honig und Hautcreme produziert. Lavendel anzupflanzen, war eine spontane Idee, erzählt Jan Schmidt. "In diesem Fall muss ich sagen, dank Corona. Das klingt vielleicht ein bisschen skurril. Aber im letzten Jahr wollte ich meinen Mitarbeitern die Chance geben, sich außerhalb des Arbeitens zu treffen." Draußen war das möglich. "Und dann haben wir gesagt, lass uns Lavendel anbauen. Lavendel - weil ich eine hohe Affinität zur Provence habe."

Ernte in der Mittagshitze

Im April haben sie vier verschiedene Sorten gepflanzt. Der Boden in Moorrege ist perfekt, sagt Jan Schmidt. Jetzt ist Erntezeit. Mitarbeitende, Freunde und Familie helfen mit. Sie ernten nur in der Mittagszeit. "In der Mittagshitze ist es so, dass die Pflanze, der Lavendel, zu dem Zeitpunkt das ätherische Öl am meisten ausstößt. Denn das ist ein gewisser Schutzmechanismus gegen die Hitze und das ist genau in der Mittagssonne der Fall", erklärt Jan Schmidt. Aus den getrockneten Blüten wird dann durch Wasserdampfdestillation das Lavendelöl gewonnen.

Mit Hilfe der Bienen am Feldrand machen sie auch Lavendelhonig. Wenn es gut läuft, wollen sie im kommenden Jahr außerdem Rosen anpflanzen, um auch aus ihnen Bio-Kosmetik made in Schleswig-Holstein herzustellen, erzählt Jan Schmidt. Bis seine Lavendelfelder bei Moorrege so üppig blühen wie in der Provence, kann es wohl noch gute fünf Jahre dauern.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 10.07.2021 | 19:30 Uhr

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