Stand: 13.01.2020 06:00 Uhr

Mit Hunden gegen Afrikanische Schweinepest

von Christian Wolf

Die Afrikanische Schweinepest ist auf dem Vormarsch in Richtung Deutschland. Erst vor Kurzem ist die für den Menschen harmlose Tierseuche in Polen, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Deutschland, nachgewiesen worden. Sogar in Belgien ist das Virus bereits ausgebrochen. Daher sind sich alle Experten einig, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es den ersten Fall in Deutschland gibt. Schleswig-Holstein ist laut Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) darauf gut vorbereitet. Es gebe verschiedene Maßnahmen, um darauf zu reagieren, so der Minister. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Jäger im Land. Sie sollen mithelfen eine Ausbreitung zu verhindern. Deswegen bildet die Kreisjägerschaft Segeberg seit dem vergangenen Jahr Hunde aus. Die Tiere sind darauf abgerichtet, tote infizierte Wildschweine aufzuspüren.

Hundeobfrau fordert die Ausbildung weiterer Hunde

Gemeinsam mit dem Saarland ist Schleswig-Holstein das einzige Bundesland, das solche speziellen Spürhunde hat. Sie sind wichtig, denn von toten Wildschweinen, die mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert sind, geht weiterhin Gefahr aus. Heidi Fitzner ist Kreishundeobfrau. Sie hat im vergangenen Jahr mitgeholfen, die ersten fünf Hunde auszubilden: "Das hat ungefähr ein halbes Jahr gedauert." Die Kosten dafür haben eine private Stiftung übernommen und die Hundeführer selbst. Fitzner hofft, dass künftig auch das Land die Ausbildung weiterer Hunde unterstützt. "Fünf Hunde sind selbst für den Kreis Segeberg zu wenig. Die Tiere können ja nicht rund um die Uhr nach Wildschweinen suchen, sie brauchen eine Pause", erklärt Heidi Fitzner. Allein der Kreis Segeberg braucht ihrer Meinung nach mindestens 15 ausgebildete Hunde.

Ausbildung im Schwarzwildgatter Segeberger Forst

Die Ausbildung der Tiere ist aus Sicht der Kreishundeobfrau wichtig, um eine Verbreitung der Tierseuche zu verhindern. "Wir müssen die Hunde bereits vor einem Ausbruch ausbilden, wenn wir sie später nutzen wollen", erklärt Heidi Fitzner. Mit Hilfe einer Wildschwein-Attrappe und Duftproben werden die Hunde abgerichtet. Das alleine reicht aber nicht aus. Sie müssen auch mit lebendigen Wildschweinen üben. Das geht im Schwarzwildgatter Segeberger Heide in der Nähe von Trappenkamp (Kreis Segeberg). In dem Wald leben neun Wildschweine in einem eingezäunten Bereich, der von der Kreisjägerschaft betrieben wird. "Wir müssen sehen, ob der Hund die Sauen hetzen oder jagen will. Tut er das, ist das Tier später für die Arbeit nicht geeignet", erklärt Uwe Kemmerich, der der zuständige so genannte Gattermeister ist.

Mittlerweile ist das Interesse an der Ausbildung der Hunde groß - und zwar nicht nur in Schleswig-Holstein. Auch andere Bundesländer, wie zum Beispiel Niedersachsen, wollen jetzt Hunde für die Suche nach toten Wildschweinen ausbilden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.01.2020 | 10:30 Uhr

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