Stand: 23.07.2019 18:33 Uhr

Mit App und Tatortreinigern gegen illegale Müllkippen

Ein Müllberg liegt neben vollen Müllkontainern. © AWSH Foto: AWSH
Ein Müllberg neben vollen Müllkontainern: So sieht es in der Willinghusener Landstraße in Oststeinbek aus.

Wohin mit der alten Waschmaschine oder den Paletten, wenn sie ausgedient haben? Immer häufiger lautet die Antwort wohl: direkt neben den Glas-, Papier oder Altkleidercontainer. Die Stellplätze werden vor allem im Süden des Landes zu illegalen Müllhalden. Das bestätigen die Kreise Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg dem NDR Schleswig-Holstein. Dabei gehört eine Waschmaschine auf den Recyclinghof. Auch da ist die Entsorgung kostenlos. In den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg werden die Maschinen sogar kostenlos zu Hause abgeholt.

300.000 Euro für Müllentsorgung

Nach Angaben der Abfallwirtschaftgesellschaft im Kreis Pinneberg werden bis zu 15 Kubikmeter Müll an nur einem Wochenende an einem einzigen Containerplatz abgeladen. Je abgelegener und schwer einsehbarer der Platz ist, desto schlimmer ist die Situation. 300.000 Euro gibt die Abfallwirtschaft Südholstein allein in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn im Jahr aus, um den illegalen Müll von den Containerplätzen wegzuräumen.

"Tatortreiniger" gegen Müllkippen im Einsatz

Das soll zumindest im Kreis Pinneberg besser werden - und zwar mithilfe der Bürger. Sie werden aufgefordert, die Abfall-App Kreis Pinneberg zu installieren, um illegale Müllentsorgung zu melden. Müllsündern drohen inzwischen Bußgelder in Höhe von 1.500 Euro. Seit Juni sind in Elmshorn, Uetersen, Wedel und Tornesch sogenannte "Tatortreiniger" unterwegs und räumen die illegalen Halden weg. Das Team soll jetzt verstärkt werden, um auch in Quickborn, Schenefeld, Halstenbek und Pinneberg für Ordnung an den Glas- und Altkleidercontainern zu sorgen.

Der Kreis Segeberg ließ inzwischen im gesamten Kreis die Papiercontainer abbauen, weil das Problem der illegalen Müllentsorgung einfach nicht in den Griff zu bekommen war. Im Kreis Stormarn hat die Gemeinde Großhansdorf ähnliche Konsequenzen gezogen.

Problem vor allem im Süden des Landes

Vor allem im Süden des Landes scheinen illegale Müllkippen ein Problem zu sein. Im Rest des Landes gibt es solche Probleme wie in Südholstein offenbar nicht. Dort melden die Entsorgungsunternehmen lediglich kleinere Umweltsünden.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 23.07.2019 | 19:30 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Ein Mähdrescher erntet ein reifes Rapsfeld. © NDR

Die Tücken der Rapsernte: Ein Landwirt berichtet

Die Rapsernte hat begonnen. Die Erträge gehen seit einigen Jahren zurück. Warum ist das so? mehr

Videos