Stand: 02.09.2020 13:50 Uhr

Missbrauchs-Fall: Festnahme in Schleswig-Holstein

Im Rahmen der Razzia im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach haben Polizisten auch in Schleswig-Holstein einen Tatverdächtigen festgenommen. Der Mann aus Nordrhein-Westfalen habe sich am Mittwoch im Norden aufgehalten, sagte Ermittlungsleiter Michael Esser in Köln. "Er ist dann observiert und letztendlich an einem Strand an der Ostsee durch Kräfte aus Schleswig-Holstein festgenommen und zur Vernehmung geholt worden." Außerdem wurde im Norden ein Objekt durchsucht. Insgesamt gab es Durchsuchungen in zwölf Bundesländern - neben Schleswig-Holstein unter anderem in Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern.

1.000 Beamte im Einsatz

Bei der Razzia haben mehr als 1.000 Polizeibeamte über 2.000 Beweismittel sichergestellt. Dabei handele es sich vor allem um Datenträger, sagte Esser. Die Auswertung werde sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Auch zwei Tresore seien beschlagnahmt worden. Insgesamt gibt es nach Angaben der Ermittler 50 Tatverdächtige. Ihnen werde der Besitz und die Verbreitung kinderpornografischen Materials vorgeworfen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Beschuldigten selbst Kinder missbraucht hätten, sagte Esser. Insgesamt gibt es in dem Missbrauchsfall, der im vergangenen Oktober in Bergisch Gladbach seinen Ausgang nahm, deutschlandweit inzwischen mehr als 200 namentlich bekannte Beschuldigte.

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Ein Polizist steht vor Einsatzfahrzeugen. © Picture Alliance Foto: Julian Stratenschulte

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.09.2020 | 17:00 Uhr

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