Stand: 26.01.2019 14:21 Uhr

Ministerin Prien will Profiloberstufe verändern

Rund 180 Wissenschaftler, Politiker, Schüler, Lehrer und Verbandsmitglieder sind am Sonnabend in die Kieler Max-Planck-Schule gekommen, um bei einer Fachtagung mit Bildungsministerin Karin Prien (CDU) darüber zu diskutieren, wie Abiturjahrgang und die Oberstufe an Gemeinschaftsschulen künftig aussehen sollen. Der Status Quo: In der 10. oder 11. Klasse können sich die Schüler in Schleswig-Holstein für einen Unterrichtsschwerpunkt entscheiden, genannt Profiloberstufe. Die Bildungsministerin will die verändern und damit das Bildungsniveau heben und Abiturnoten vergleichbarer machen. "Wir brauchen mehr Möglichkeiten zur Vertiefung, wir brauchen mehr und bessere Formen des interdisziplinären Zusammenarbeitens", sagte Prien bei der Tagung, "und wir müssen uns überlegen: Wie schaffen wir es, in den Kernfächern überall auf grundlegendem Niveau und auf erhöhtem Niveau einen Kurs anzubieten?" Darüber hinaus sei zu klären, wie mehr Binnenendifferenzierung und mehr Kooperation zwischen den einzelnen Schulen geschafft werden könnte.

Idee: Mischform aus Leistungskursen

Ihre Ideen hat Ministerin Prien in einem Positionspapier zusammengestellt. Die Pläne sehen vor, dass Schülern eine Mischform aus Leistungskursen wie Deutsch, Mathe und Englisch angeboten werden. Dazu kommen Kurse, die dem Abitur ein sprachliches oder naturwissenschaftliches Profil geben. Sie schlägt vor, statt der bislang vier Hauptfächer künftig nur noch drei Hauptfächer zu unterrichten und dafür die jeweiligen Unterrichtsstunden zu erhöhen.

SPD wünscht sich mehr Wahlmöglichkeiten

"Wir werden die Möglichkeit schaffen, eine größere Vertiefung in einigen der Kernfächer und im Profilfach zu schaffen", kündigte Prien vorab im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein an. Die Neuerungen der Profiloberstufe soll nach ihrem Willen zum Schuljahr 2020/21 wirksam werden. Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD, findet das Vorhaben grundsätzlich nicht falsch. "Aber aus meiner Sicht ist der Zeitpunkt günstig, um etwas größer zu denken und den Prozess etwas offener zu gestalten", sagte er. Die Profiloberstufe lasse nicht so viel Wahlmöglichkeiten und Individualisierungsmöglichkeiten für die Schüler, wie es seine Partei gerne hätte.

Das reine Kurssystem im Jahr 2007 abgelöst

Das jetzige Oberstufensystem ist seit gut zwölf Jahren in Schleswig-Holstein nahezu unverändert. Mit der Einführung der Profiloberstufe im Jahr 2007 war das reine Kurssystem abgelöst worden und es entstand eine Mischung aus Kursen und Profilklassen. Derzeit werden laut Landesregierung die drei Kernfächer und das gewählte Profilfach mit jeweils mit vier Stunden pro Woche unterrichtet, im vorherigen Kurssystem wurden zwei Fächer mit fünf Stunden unterrichtet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.01.2019 | 14:00 Uhr

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