Stand: 25.11.2019 08:41 Uhr

Minensprengungen in Ostsee: Albrecht fordert Umdenken

Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) hat ein Ende von Minensprengungen in der Ostsee gefordert. Im Rahmen eines NATO-Manövers Anfang September hatte die Marine 42 Grundminen im deutschen Teil der Ostsee gesprengt, 39 davon im Naturschutzgebiet Fehmarnbelt. Das hatte nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) katastrophale Folgen für die Umwelt: 18 Tote Schweinswale seien nach dem Marinemanöver gefunden worden. Dies wurde erst durch eine Kleine Anfrage der Grünen bekannt. Auch nach Meinung von Umweltminister Albrecht gefährden Sprengungen - vor allem in Naturschutzgebieten - die streng geschützten Wale.

NABU-Vorwurf: Behörden nicht informiert

Ingo Ludwichowski, Pressesprecher des NABU, geht davon aus, dass das Riff im Fehmarnbelt großen Schaden davongetragen hat. Der Vorfall offenbare unter anderem die unzureichenden Umweltstandards der Marine, so die Naturschützer. Sie werfen der Marine außerdem vor, die zuständigen Behörden nicht über die Sprengungen informiert zu haben.

Marine: Bestimmungen der Bundeswehr eingehalten

Die Marine prüft nach eigenen Angaben, ob es einen Zusammenhang zwischen den toten Schweinswalen und den Sprengungen gibt. Ein Sprecher betonte: Die Bestimmungen der Bundeswehr zum Artenschutz seien eingehalten worden.

Umweltminister Albrecht verlangt ein Umdenken beim Bund. "Ich erwarte von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer, dass sie den umfangreichen internationalen Schutzstatus der Schweinswale endlich achtet und auf Sprengungen von Munition verzichtet", sagte der Umweltminister. Es soll umgehend nach einer Alternative gesucht werden, wie Munition im Meer in Zukunft entschärft werden kann - beispielsweise mit Hilfe von Unterwasser-Robotern.

Umweltminister der Länder wollen Gesamtstrategie

Außerdem bekräftigte Albrecht am Montag noch einmal die gemeinsame Forderung der Umweltministerkonferenz in der vergangenen Woche: Die Minister der Länder wollen, dass der Bund eine Gesamtstrategie zur Beseitigung von Munition im Meer entwickelt. Mehr als 1,6 Millionen Tonnen Weltkriegsmunition liegen NABU-Angaben zufolge in der deutschen Nord- und Ostsee.

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