Stand: 19.02.2020 15:28 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Millionenbetrug: Prozess gegen Bauunternehmer

Ein Bauunternehmer aus Neumünster muss sich seit Mittwoch vor dem Kieler Landgericht verantworten. Der Mann soll laut Anklage Ausländer als Eisenflechter beschäftigt, für diese aber weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben gezahlt haben. Insgesamt - so der Vorwurf - hat er den Sozialkassen und Finanzbehörden durch Schwarzarbeit rund 3,3 Millionen Euro vorenthalten. Die Staatsanwaltschaft legt dem Mann 190 Fälle in den Jahren 2010 bis 2019 zur Last.

Bundesweites Netzwerk von Scheinfirmen?

Die Schwarzarbeit verdeckte er nach Auffassung der Staatsanwaltschaft mit Rechnungen über ein bundesweit organisiertes Netzwerk von Scheinfirmen. Der 44-Jährige ließ sich zu Prozessbeginn nur über eine schriftliche Erklärung ein, die sein Verteidiger verlas. Darin widerspricht er im Wesentlichen der Anklage.

Zweiter Prozess gegen Unternehmer aus Bad Bramstedt

Der Mann war im August 2019 gemeinsam mit einem anderen Arbeitgeber aus dem Baubereich im Zuge einer länderübergreifenden Großrazzia gegen Schwarzarbeit in Neumünster festgenommen worden. Beide Männer sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Der Prozess gegen den zweiten Angeklagten mit Firmensitz in Bad Bramstedt soll am Freitag am Kieler Landgericht starten. Dabei geht es um 6,9 Millionen Euro Schaden.

Razzia im vergangenen August

Bei dem Großeinsatz von Zoll, Polizei und Staatsanwaltschaft in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern waren 110 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht worden. Rund 1.200 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Die Ermittlungen richteten sich gegen zahlreiche Firmeninhaber überwiegend ausländischer Herkunft. Sie sollen jahrelang über ein Netzwerk von Scheinfirmen Arbeiter als Eisenflechter "schwarz" beschäftigt haben. Bei der Razzia wurden insgesamt rund 4,5 Millionen Euro beschlagnahmt.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 19.02.2020 | 12:00 Uhr

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