Stand: 15.05.2019 20:48 Uhr

Metallzaun soll Landgericht sicherer machen

An den Landgerichten in Schleswig-Holstein sind Einlasskontrollen mit Metalldetektoren inzwischen Standard. Bei bestimmten Prozessen sorgt zudem eine Mobile Einsatzgruppe (MEG) für Sicherheit. Das Landgericht in Itzehoe will nun mit einer neuen Schleuse den Zugang zum Gerichtsgebäude sicherer machen - für die Justizbediensteten und für inhaftierte Angeklagte. Bisher wurden Häftlinge vor und nach den Prozessen über den ungesicherten Parkplatz geführt. "Das Publikum beziehungsweise Angehörige oder auch die Presse konnten sehr dicht an das Fahrzeug der Justizvollzugsanstalt herankommen", sagte Wachtmeister Reiner Rehberg bei der Jahrespressekonferenz des Landgerichts am Mittwoch. "Teilweise konnten die Häftlinge gar nicht ins Gebäude gebracht werden."

Zaun soll vor Blicken und Angriffen schützen

Bei der sogenannten geschlossenen Gefangenenzuführung handelt sich um einen eingezäunten Bereich am Nebeneingang des Gerichts. Nach der Einfahrt von Gefangenentransportern in die Sicherheitsschleuse holen die Wachtmeister Angeklagte erst dann aus dem Auto, wenn das ferngesteuerte Metalltor geschlossen ist. "So ist mehr Sicherheit gegeben", sagte Wachtmeister Rehberg im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein. Die Anlage soll verhindern, dass Häftlinge Drogen oder Dokumente von anderen Personen bekommen oder die Häftlinge flüchten können. Das Gericht will aber auch die Beschuldigten selbst schützen, zum Beispiel vor Angriffen von aufgebrachten Angehörigen von anderen Prozessbeteiligten.

Auch Fotos und Videoaufnahmen auf dem Parkplatz sind dann nicht mehr möglich - zumindest nicht von Reportern. Die Wachtmeister haben den neuen Bereich und die Eingänge durch etliche Überwachungskameras im Blick. "Wir haben jetzt quasi einen abgeschotteten Innenhof. Dieser ermöglicht uns, die Abläufe ganz routiniert und kontrolliert durchzuführen", sagte Stephanie Lüdke, Geschäftsleiterin des Landgerichts Itzehoe. 175.000 Euro hat der Bau der geschlossenen Gefangenenzuführung gekostet.

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Sichere Gerichte: Mobile Einsatzgruppe erfolgreich

Seit 2002 sorgt die Mobile Einsatzgruppe für Sicherheit an den Gerichten in Schleswig-Holstein. Die Bilanz fällt positiv aus und andere Bundesländer nehmen sich bereits ein Beispiel an ihrer Arbeit. (19.02.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.05.2019 | 16:30 Uhr

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