Stand: 24.01.2020 17:37 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Mehr Wildnis in Schleswig-Holstein vorgesehen

In Schleswig-Holstein soll es wieder mehr Wildnisgebiete geben. Laut Landesnaturschutzgesetz gelten als Wildnis große, unveränderte oder nur leicht veränderte Naturgebiete, in denen sich die Natur weitgehend unbeeinflusst von menschlichen Nutzungen entwickeln kann - also unberührte Natur ohne große Straßen, ohne Land- und Forstwirtschaft und möglichst ohne Jagd und Fischerei. In einem Bericht der Landesregierung ist das mittel- bis langfristige Ziel formuliert, dass zwei Prozent der Landesfläche - das sind 32.000 Hektar - zur Wildnis werden. Die Grünen-Abgeordnete Marlies Fritzen sagte: je wilder, desto lieber.

Verschiedene Pilze wachsen auf einem Baumstumpf. © NDR Foto: Julius Matuschik

SH macht mehr Fläche zur Wildnis

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

Als Naturschutzprojekt sollen in Schleswig-Holstein innerhalb der nächsten fünf Jahre zwei Prozent der Landesfläche wieder zur Wildnis werden. Neun geeignete Gebiete wurden dafür bestimmt.

5 bei 7 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Umsetzung soll in kommenden fünf Jahren erfolgen

In dem Bericht wird deutlich, wie schwierig es ist, in einem Agrarland Wildnisgebiete zu schaffen. Danach gebe es kaum einen Fleck in der Landschaft, der nicht vom Menschen geprägt sei. Ein Konzept wurde erarbeitet, neun Gebiete wurden bestimmt. Mindestgröße: 20 Hektar. In den kommenden fünf Jahren soll dort die Umsetzung des Wildnisziels vorangetrieben werden. Auch die SPD hält die Errichtung von Wildnisflächen für richtig und zukunftsweisend.

Das sind die neun Gebiete

  • Barkauer See (Kreis Ostholstein)
  • Teile der Unterelbe (für dieses Modellgebiet werden die drei Wildnisprüfgebiete Haseldorfer Binnenelbe, Seestermühe/Eschallen und Elbinsel Bishorster Sand/Auberg Drommel zusammengefasst; inbegriffen ist der Naturwald Haseldorfer Binnenelbe) (Kreis Pinneberg)
  • Moore bei Dellstedt (hierfür werden die Wildnisprüfgebiete Nordermoor und das Dellstedter Birkwildmoor einschließlich einer Erweiterung Richtung Süden zusammengefasst) (Kreis Dithmarschen)
  • Moorgebiet Kranika (inbegriffen ist der Naturwald Kranika) (Kreis Stormarn)
  • ehemalige Baggergrube Basedow (Kreis Herzogtum Lauenburg)
  • Lütjensee / Hochfelder See (Kreis Plön)
  • Wälder und Moore der Fröruper Berge (Kreis Schleswig-Flensburg)
  • Zentralbereich der Pohnsdorfer Stauung (Kreis Plön)
  • Teile des Beltringharder Kooges (Kreis Nordfriesland)

Weitere Informationen

Neuer Wald: Knut Sturm sucht Flächen in Lübeck

Wo könnte neuer Wald wachsen? Knut Sturm, Bereichsleiter des Stadtwalds in Lübeck, hat stadteigene Grundstücke mit zusammen mehr als 600 Hektar auf Waldtauglichkeit geprüft. mehr

Elfjähriger kämpft mit Bäumen für den Klimaschutz

Auf fast fast 6.000 Quadratmetern Wiese entsteht in Goldebek ein neuer Mischwald. Der elfjährige Jannis hatte die Idee und seine Eltern zu dem Projekt überredet, bei dem auch Mitschüler helfen. mehr

Neuer Naturwald für die Probstei

Kein anderes Bundesland hat so wenig Wald wie Schleswig-Holstein. In der Probstei im Kreis Plön entsteht jetzt ein neuer Naturwald. Dafür haben Anwohner 500 Bäume gepflanzt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.01.2020 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

03:00
Schleswig-Holstein Magazin
03:47
Schleswig-Holstein Magazin
03:14
Schleswig-Holstein Magazin