Stand: 27.09.2018 09:33 Uhr

Mehr Personal und Fahrzeuge für die Marschbahn

Die Marschbahn-Strecke ist das Eisenbahn-Sorgenkind des Landes. Seit knapp zwei Jahren kommen hier die Züge ständig zu spät oder fallen ganz aus. Doch damit soll bald Schluss sein. Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) und die Deutsche Bahn stellten am Mittwoch in Kiel ein Maßnahmenpaket vor. "Wir müssen und werden für einen verlässlicheren Betrieb auf der Strecke Hamburg- Altona und Westerland sorgen", sagte Jörg Sandvoß, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG.

16 Millionen Euro für mehr Pünktlichkeit

Mit einem 16-Millionen-Euro-Programm will das Unternehmen die Pünktlichkeit auf der Strecke kurzfristig deutlich verbessern. Bereits ab Oktober sollen bis zu fünf zusätzliche Loks und drei weitere Wagenparks auf der Marschbahn-Route eingesetzt werden. Kurzfristig kommen auch neun Lokführer aus anderen Bundesländern zur Unterstützung nach Schleswig-Holstein. Außerdem wird verstärkt ausgebildet. Und nicht nur auf der Schiene rüstet die Bahn auf, auch die Werkstatt-Teams werden verstärkt. 23 zusätzliche Techniker sollen für die Instandhaltung eingesetzt werden.

Pendler sind gespannt

Minister Buchholz bleibt skeptisch, lobt aber die Ankündigungen. Er will die Bahn aber an Taten messen. Auch Achim Bonnichsen von der Marschbahn-Pendlerinitiative reagierte zurückhaltend: "Das hört sich in erster Linie ganz gut an, aber das sind alte Probleme, die jetzt neu aufgearbeitet werden müssen. Wir sind gespannt, ob das tatsächlich in kürzester Zeit umgesetzt wird und eine Besserung auf der Marschbahn für uns Pendler bringt."

Bahn akzeptiert Millionen-Kürzung

Mit den Maßnahmen will sich die DB Regio wieder der vereinbarten Pünktlichkeitsquote von 93 Prozent annähern. Da diese jeden Monat zum Teil deutlich verfehlt wurde, hat Minister Buchholz die Zahlungen an das Unternehmen seit Februar um insgesamt 2,75 Millionen Euro gekürzt. Diese Kürzungen akzeptiere die Bahn, sagte Jörg Sandvoß von der Bahn. Der Gang vor ein Gericht ist somit erstmal abgewendet. Buchholz betonte aber, dass er auch weiterhin das Mittel "Sondermalus" nutzen wolle, wenn sich nichts wesentlich verbessert.

Buchholz: Sind zur Mitfinanzierung bereit

Damit die Züge wirklich wieder rechtzeitig die Bahnhöfe erreichen, wäre Buchholz auch zu einer Mitfinanzierung des 16-Millionen-Euro-Pakets bereit. Geld aus den Maluszahlungen, das nicht als Entschädigung an Pendler ausgezahlt wird, könnte dafür verwendet werden. Bereits im Juli hatte die DB Netz beschlossen 160 Millionen Euro in die Strecke zu pumpen. Gleise und Weichen sollen erneuert, Bahnübergänge, Brücken und Signale modernisiert werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.09.2018 | 17:00 Uhr

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