Stand: 25.11.2019 15:42 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Mehr Geld für Beamte in Schleswig-Holstein

Nach drei Verhandlungsrunden zwischen der Landesregierung und mehreren Gewerkschaften steht das Paket zur künftigen Regelung der Beamtenbesoldung. Zusätzlich zur Übernahme der Tarifsteigerungen für den Öffentlichen Dienst der Länder soll es im Juni 2021 eine Besoldungserhöhung von 0,4 Prozent geben. Ein Jahr später gibt es dann noch mal 0,6 Prozent mehr - bis 2022 also insgesamt 1 Prozent. "Wir sehen, dass um uns herum die Bundesländer in der Regel besser bezahlen als Schleswig-Holstein", sagte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) zu den Hintergründen. Und Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) erklärte, dieses Gesamtpaket könne sich sehen lassen. Er wolle sich für die Verhandlungen "ausdrücklich bei den Gewerkschaften bedanken". Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Nord, Uwe Polkaehn, zeigte sich mit dem Ergebnis "zufrieden". Weitergehende Forderungen lägen allerdings auf dem Tisch.

80.000 Menschen profitieren von Regelung

Ursprünglich hatte das Land geplant, die Besoldung in vier kleineren Schritten bis 2024 anzuheben. Mit der am Montag präsentierten Variante sei das Land den Wünschen des DGB, des Beamtenbundes DBB und des Richterverbandes entgegengekommen, so Günther. Die Kosten bezifferte der Regierungschef auf 8,1 Millionen Euro im Jahr 2021 und auf 26 Millionen Euro im Jahr 2022. 136,9 Millionen Euro nehme das Land insgesamt bis 2024 in die Hand. Von der Regelung profitieren 50.000 Beamte, die beim Land und in den Kommunen arbeiten, sowie 30.000 Pensionäre.

Günther kündigt weitere Maßnahmen an

Mit dem Paket will die Regierung vor allem die Chancen des Landes im Wettbewerb um Nachwuchskräfte verbessern. Um mehr Menschen in die Beamtenlaufbahn zu locken, kündigte Günther weitere Maßnahmen an: Auch in den Eingangsstufen werde die Besoldung verbessert. Außerdem soll die Ein-Jahres-Frist nach der Probezeit künftig nicht mehr gelten. Solange mussten die Beamten bislang vor einer Beförderung warten.

Gewerkschaften beharren auf Weihnachtsgeld

Der Streit um das einst gestrichene Weihnachtsgeld sei damit aber immer noch nicht vom Tisch, betonten Gewerkschaftsvertreter. Der DBB-Landesvorsitzende Kai Tellkamp meinte, die ursprünglichen Forderungen des Beamtenbundes blieben bestehen. Durch den Wegfall des Weihnachtsgeldes hätten die Beamten im Land einen hohen finanziellen Verlust. Auch DGB-Nord-Chef Polkaehn betonte: "Das Thema müssen wir auch im Sinne unserer Mitglieder weiter auf die Tagesordnung setzen."

Finanzministerin Heinold sagte dazu: "Die Debatte ums Weihnachtsgeld wird immer wieder eine Rolle spielen. Das ist auch verständlich. Aber für uns ist das aktuelle Paket das, was wir in dieser Legislaturperiode leisten können."

Weitere Informationen

Weihnachtsgeld: Beamte schlagen Kompromiss vor

26.09.2019 16:00 Uhr

Beamte haben vor dem Landeshaus in Kiel demonstriert. Im Streit um das Weihnachtsgeld warben sie für einen Kompromiss. Aufgerufen hatten der Deutsche Beamtenbund und die Steuergewerkschaft. mehr

Landtag beschließt höhere Gehälter für Beamte

17.05.2019 19:30 Uhr

Die Beamten und Pensionäre können sich auf mehr Geld freuen. Es geht stufenweise um gut 7,4 Prozent mehr Geld. Die erste Auszahlung gibt es im August - rückwirkend zum 1. Januar 2019. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.11.2019 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

01:32
Schleswig-Holstein Magazin
02:34
Schleswig-Holstein Magazin
02:04
Schleswig-Holstein Magazin