Stand: 12.06.2018 14:33 Uhr

Mathenoten: Minister sieht Lehrer in Pflicht

Ein Notendurchschnitt von 3,9 bringt viele Schüler und Eltern auf die Barrikaden. Es geht um die Mathematik-Abschlussprüfungen an den Gemeinschaftsschulen. Die Durchschnittsnote war im vergangenen Jahr eine halbe Note besser. Die Aufgaben seien dieses mal viel zu schwer gewesen, sagen viele Betroffene.

Haben Lehrer zu wenig Zeit für den Einzelnen?

Wirtschafts- und Arbeitsminister Bernd Buchholz bezeichnete das schlechte Notenniveau als besorgniserregend. "Wenn wir unseren Fachkräftemangel in den Griff bekommen wollen, dann müssen wir dringend besser werden", sagte der FDP-Politiker. Gefordert seien vor allem die Lehrer. Sie müssten den Unterricht attraktiver gestalten. Lutz Glaeßner, Schulleiter an der Holstentor Gemeinschaftsschule in Lübeck, sagte NDR 1 Welle Nord: Ein Problem sei, dass Lehrer kaum noch Zeit für den einzelnen Schüler hätten.

Anspruchsniveau erhöhen

Forderungen der SPD im Landtag, die aktuellen Mathenoten um eine halbe Note heraufzusetzen, erteilte Buchholz eine Absage - so wie es zuvor bereits Bildungsministerin Karin Prien (CDU) getan hatte. Der Unterricht müsse sowohl in Mathematik als auch in den Naturwissenschaften insgesamt gestärkt werden, so Buchholz. Das Anspruchsniveau der Prüfungen müsse erhöht werden. Aus Sicht der Wirtschaft müsse die Zahl geeigneter Bewerber für Ausbildungsplätze steigen.

Das Bildungsministerium will die Gründe für die schlechteren Mathenoten jetzt gemeinsam mit den Schulen analysieren. Außerdem soll es Fortbildungsangebote für die Lehrkräfte geben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.06.2018 | 15:00 Uhr

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