Stand: 08.06.2021 19:53 Uhr

Masterplan vom Bund: Mehr Spaß für Freizeitskipper

Das sonnige Wetter ist für alle Wassersportler ein Traum. Doch Anlegestellen und Schleusen vor allem an den Binnengewässern sind im schlechten Zustand - auch in Schleswig-Holstein. Mit einem Masterplan des Bundes soll sich dies ändern.

Masterplan Freizeitschifffahrt - so nennt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den neuen Fahrplan für die Verbesserung der Wasserstraßen. Der CSU-Politiker stellte ihn am Dienstag in Berlin vor. Das oberste Ziel: Segler, Kanuten, Bootfahrer und andere Wassersportler sollen wieder mehr Spaß auf dem Wasser haben. Zunächst will der Bund herausfinden, wo es denn genau hapert. Dazu soll es regionale Gesprächsrunden mit Vertretern des Bundes, der Länder und der Wassersportverbände geben. Jetzt schon steht fest, dass die Infrastruktur verbessert werden soll.

Schleusen, Haltegriffe, Radwege - ein noch vorläufiger Plan

Der Plan sieht vor, die Schleusen nach und nach zu sanieren - einen genaues Zeitfenster gibt es da aber nicht. Die Auswahl soll nach Relevanz und Notwendigkeit getroffen werden. Auch Haltegriffe an den Schleusenkammern für Kanuten sind vorgesehen, damit es sicherer für sie wird, wenn sie geschleust werden. Außerdem sollen entlang der Bundeswasserstraßen verstärkt Radwege entstehen.

Kanute auf dem Schweriner See © NDR Foto: Robert Auer aus Schwerin
AUDIO: Masterplan für Freizeitskipper kommt nicht überall gut an (1 Min)

Kritik von Seglern und Motorbootfahrern

Verkehrsminister Andreas Scheuer
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat den Masterplan Freizeitschifffahrt vorgestellt.

Die Wassersportverbände in Schleswig-Holstein haben auf Scheuers Ankündigungen unterschiedlich reagiert. Einige finden es grundsätzlich gut, dass es überhaupt einen Masterplan gibt und dass Wassersportler wie Kanuten überhaupt auf der Agenda stehen. Doch es gibt auch Kritik. Wenn Segler beispielsweise mit ihrer Jacht auf dem Nord-Ostsee-Kanal unterwegs sind, haben sie keine Möglichkeit, sich anzumelden, um dann auch zügig durchgeschleust zu werden. Denn die Berufsschifffahrt hat immer Vorrang, Freizeitskipper müssen Wartezeiten in Kauf nehmen. Das kann sich manchmal stundenlang hinziehen - so die Kritik einiger Verbände. Segler und Motorbootfahrer wünschen sich deshalb möglichst schnell digitale Anmeldemöglichkeiten.

Gieselauschleuse: WSC fühlt sich im Stich gelassen

Der zweite Vorsitzende des Wassersportclubs (WSC) Lührs-Hohnerfähre, Ernst Rohwer, kritisierte zum Beispiel, dass an der Gieselauschleuse bei Oldenbüttel (Kreis Rendsburg-Eckernförde) schon längst etwas hätte passieren müssen. "Wir fühlen uns im Stich gelassen." Ob sich nun mithilfe des Masterplans die Situation an dieser baufälligen Schleuse zeitnah ändert, ist unklar. Denn wie gesagt: Zunächst soll es die Gesprächsrunden geben, um die wichtigsten Baustellen zu erkennen und zu benennen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.06.2021 | 18:00 Uhr

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