Stand: 23.10.2019 11:49 Uhr

Marschbahngipfel: Pendler total genervt

Es läuft einfach nicht rund auf der Marschbahnstrecke zur Insel Sylt: In Niebüll (Kreis Nordfriesland) haben am Dienstagabend erneut Politiker, Unternehmer, Bahnvertreter und genervte Pendler über die andauernden Zugprobleme diskutiert. Es ist der mittlerweile dritte sogenannte Marschbahngipfel - rund 300 Leute drängten sich in der Aula einer Schule. Moderiert wurde er von Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen. Viele Pendler machten ihrem Ärger Luft, verwiesen auf unpünktliche Züge, auf Betriebsstörungen, defekte Toiletten und dreckige Waggons. Ein Pendler, der auf Sylt arbeitet, sagte: "Wenn ich auf dem Festland einen guten Job angeboten bekommen würde, wäre ich sofort weg." Einige Sylter Einzelhändler haben im November ihre Öffnungszeiten verkürzt, um ihre Mitarbeiter zu entlasten.

Bauarbeiten und Streckensperrungen im November

Vertreter der Bahn verteidigten sich und verwiesen auf die laufende Millionen-Investitionsoffensive, die für mehr Stabilität sorgen werde. Im Zuge der Bauarbeiten muss die Strecke ab November zeitweise voll gesperrt werden. Ab dem 4. November wird der eingleisige Abschnitt zwischen Lehnshallig und Klanxbüll auf dem Festland bis zum 29. November jeweils von Montagabend bis Freitagfrüh komplett für den Bahnverkehr gesperrt. Auch die Autozüge fahren in dieser Zeit nicht nach Sylt. Für die Pendler ist die Belastung durch Baustellenfahrplan und Schienenersatzverkehr in dieser Zeit noch höher als sonst. "Der November wird mit Ansage katastrophal, machen wir uns nichts vor", sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP).

Zahlreiche Menschen stehen an einem Bahsteig in Klanxbüll. © NDR Foto: Frank Goldenstein

Pendler machen ihrem Ärger über Marschbahn Luft

NDR 1 Welle Nord - Horst und Mandy am Morgen -

Viele Pendler, die täglich den Zug von Hamburg nach Sylt nutzen, sind unzufrieden. Beim Marschbahngipfel in Niebüll wurde vor allem die Unpünktlichkeit der Bahn kritisiert.

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Bis 2022 sollen zwischen Hamburg-Altona und Sylt insgesamt rund 200 Kilometer Gleise und mehr als 30 Weichen erneuert werden. Außerdem werden Bahnübergänge und die Signaltechnik sowie Brücken modernisiert. Die Gesamtkosten betragen rund 160 Millionen Euro.

Buchholz: Die Bahn muss sich mehr anstrengen

Die Pünktlichkeit bei der Bahn sei wieder schlechter geworden, die Bahn müsse sich mehr anstrengen, forderte Buchholz. In der ersten Oktoberwoche etwa sei die Bahn zwischen Niebüll und Westerland nur in 66 Prozent der Fälle pünktlich gewesen. Wenn die Werte nicht besser würden, werde Buchholz wieder Geld einbehalten und die Pendler entschädigen. Aus Sicht des Ministers kann langfristig nur ein zweigleisiger Ausbau die Situation auf der Marschbahn verbessern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.10.2019 | 06:00 Uhr

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