Stand: 04.11.2019 19:02 Uhr

Marschbahn: Züge fahren seltener nach Sylt

Autozug
Seit mehr als 60 Jahren fahren Autozüge über den Hindenburgdamm - eine 80-Stündige Sperrung ist trotz der langen Geschichte eine Ausnahmesituation.

Wegen Gleisbauarbeiten fahren Personen- und Autozüge nach Sylt in den kommenden vier Wochen seit Montag an deutlich seltener als üblich. Laut Deutscher Bahn sind die Autozüge unter der Woche nur noch montags und freitags sowie am Wochenende unterwegs. Zwischendurch ist die Strecke immer 80 Stunden gesperrt - von Montagabend bis Freitag 5.15 Uhr. Die genauen Zeiten gibt es auf den Webseiten des Sylt Shuttles der DB und des Autozugs Sylt. Auch die Personenzüge fahren nicht wie gewohnt.

140 Millionen für neue Gleise

Bis zum 29. November ist die Strecke zwischen Lehnshallig und Klanxbüll an der Reihe. Mehr als drei Kilometer neue Gleise werden in diesem Abschnitt verlegt. Außerdem baut die Bahn in dieser Zeit in den Bahnhöfen in Niebüll und Westerland neue Weichen. Dann sollen rund 8.500 Meter Gleisen zwischen Morsum und Klanxbüll erneuert werden. Der Sonderfahrplan für die Autozüge gilt bis zum 8. Dezember. Insgesamt will das Unternehmen in den kommenden vier Jahren 140 Millionen Euro in neue Gleise investieren.

Eigentlich sollten Autofahrer in den kommenden Wochen über die dänische Insel Römö per Fähre nach Sylt gelangen. Das bestehende Fährangebot sollte ab Dienstag durch ein zweites Schiff ergänzt werden. Doch auf der Überfahrt von Tallinn (Estland) nach Römö habe es Probleme mit dem Motor gegeben, sagte der Geschäftsführer der Römö-Sylt Linie, Tim Kunstmann. Techniker an Bord arbeiten bereits an einer Lösung. Gegen 18 Uhr soll das Schiff am Montag im Zielhafen Haveby ankommen. Bevor es dann zwischen den Inseln pendeln kann, muss es noch den dänischen Behörden vorgeführt werden. Wann der Betrieb aufgenommen wird, ist laut Reederei noch unklar. Fahrtgäste, die bereits ein Ticket gekauft haben, werden informiert.

Nicht komplett neue Situation

Eine derartige Ausnahmesituation hat es auf der Insel bisher noch nicht gegeben. Allerdings steht schon seit vielen Monaten fest, dass die Bauarbeiten kommen. Die Firmen auf der Insel hatten also genügend Zeit, sich auf das Problem einzustellen, so ein Sprecher des Vereins "Sylter Unternehmer".  Viele Einzelhändler haben zum Beispiel ihre Öffnungszeiten angepasst - sie öffnen später und schließen früher.

Laut NDR Schleswig-Holstein machen einige Restaurants jetzt Urlaub und schließen ihre Betriebe für die kommenden Wochen. Es gebe allerdings Befürchtungen, dass es zu einem Engpass beim Kleingeld kommen könnte. Denn auch die Geldtransporter kommen mit dem Autozug. Der Sonderfahrplan ist vor allem für die vielen Handwerker vom Festland ein Problem. Die kommen in der Nebensaison  mit ihren Sprintern nach Sylt, um jetzt in der Nebensaison Appartements und Ferienhäuser zu renovieren.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.11.2019 | 07:00 Uhr

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