Stand: 19.02.2019 20:10 Uhr

Mann aus Kiel in Bamberg in Haft

In der Kieler Innenstadt sind am Dienstag Freunde, Familie und Bekannte zu einer Mahnwache für den inhaftierten Robin F. zusammengekommen.

Eigentlich sollte der Kieler Auszubildene Robin F. nur vor einem Bamberger Gericht als Zeuge aussagen. Nun sitzt er in Bayern in Untersuchungs-Haft. Seine Mutter spricht von Willkür, die Bamberger Staatsanwaltschaft wirft dem 23-Jährigen Falschaussage vor und dass er sich mit anderen Zeugen in dem Prozess um versuchten Totschlag abgesprochen habe.

Ermittler glauben dem Zeugen nicht

In dem Prozess im bayrischen Bamberg sind zwei Männer angeklagt, weil sie bei einem Streit im Sommer 2017 zwei Menschen verletzt haben sollen - einen davon lebensgefährlich. Der nun verhaftete Robin wurde vergangene Woche als Zeuge vernommen und hat laut Staatsanwaltschaft dabei angegeben, sich an nichts zu erinnern. Das allerdings glauben ihm die Ermittler nicht: Auf Videomaterial sei zu erkennen, dass der Kieler dabei war und etwas gesehen haben müsse. Außerdem gebe es Hinweise auf Absprachen mit anderen Zeugen, so die Staatsanwaltschaft - darum bestehe Verdunkelungs- und Fluchtgefahr. Die Familie und sein Anwalt können das nicht nachvollziehen. "Nach bisherigem Wissensstand soll Robin im Prozess andere Angaben gemacht haben als vor zwei Jahren bei der Polizei", erläuterte der Anwalt. Diese Abweichungen habe der Staatsanwalt im Verfahren zum Anlass für den Haftbefehl genommen.

Anwalt kündigt Beschwerden an

Ein Flensburger Anwalt vertritt den 23-jährigen Robin und kündigte an, Haftbeschwerde einzulegen. Die Vorwürfe gegen seinen Mandaten seien unbegründet. Der Anwalt schloss zudem nicht aus, auch mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Bamberger Justiz vorzugehen.

Nach Angaben der "Kieler Nachrichten" beschäftigt der Fall auch die Landesregierung in Kiel: "Wir hatten Kontakt zur Mutter und haben Verständnis dafür, dass die Situation für sie emotional sehr belastend ist", sagte demnach ein Sprecher des Justizministeriums. Allerdings sei auch klar, "dass sich die schleswig-holsteinische Landesregierung nicht in ein laufendes gerichtliches Verfahren einmischen kann und wird."

Freunde und Familie des Kielers nennen das Verhalten der bayrischen Behörden willkürlich und haben zu einer Solidarisierungsaktion in Kiel aufgerufen. Zu der Kundgebung am Dienstag kamen rund 100 Menschen auf dem Asmus-Bremer-Platz.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 19.02.2019 | 17:00 Uhr

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