Stand: 26.05.2020 21:13 Uhr

Lübeck: Mobile Hilfe für Suchtkranke

Seit Dienstag ist in Lübeck ein mobiler Bus für Streetworker unterwegs. Sie beraten Drogensüchtige. Nach Aussage der Stadt ist das mobile Angebot landesweit einzigartig. Die AWO-Drogenhilfe hat dafür zwei neue Stellen geschaffen. Unter der Heckklappe des Transporters ist alles gelagert, was die Streetworker brauchen: unter anderem frische Spritzen, ein Behälter für gebrauchte Spritzen, Desinfektionsmittel und Handschuhe. Außerdem gibt es auch Zubehör, um die Drogen rauchen zu können - anstatt zu spritzen. Das sei zumindest ein etwas schonenderer Weg, Drogen zu konsumieren, sagt Karin Mechnich von der AWO-Drogenhilfe.

Beratungsangebote in der ganzen Stadt möglich

Lübecks Sozialsenator Sven Schindler (SPD) ist froh, dass die Streetworker jetzt mobiler sind - gerade unter dem Aspekt, dass sich die Drogenszene auf verschiedene Plätze verlagert hat, nachdem die Stadt den Treffpunkt am Krähenteich aufgelöst hat. Außerdem sei es in der Vergangenheit immer nur sehr schwer möglich gewesen, andere Stadtteile und andere Quartiere mit den entsprechenden Beratungsangeboten zu erreichen.

Eine Frau steht vor einem VW-Bus mit offener Heckklappe und betätigt einen Knopf einer eingebauten Kommode. © NDR
Karin Mechnich von der AWO-Drogenhilfe Lübeck zeigt, was in dem neuen Drogenmobil alles verstaut ist: unter anderem Spritzen, Handschuhe und Desinfektionsmittel.
Keine offene Drogenszene - aber weiterhin Konsum

Auch wenn es keine offene, sichtbare Drogenszene mehr gibt, findet der Konsum weiterhin statt, sagt Uwe Krimpe, der ehemaligen Suchtkranken zurück in den Alltag hilft. "Wir beobachten, dass einiges an Konsum und auch Handel in Privatwohnungen verlegt wurde", beschreibt Psychotherapeutin Viktoria Kerschl sie Situation. Im Internet schreiben User, dass sich die Drogenszene offenbar unter anderem auch auf Hinterhöfe in der Innenstadt verschoben haben soll. "Es war ein wichtiger Teil der Tagesstruktur, sich an einem Ort auszutauschen und soziale Kontakte zu haben. Das müsse sich jetzt erst wieder finden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.05.2020 | 16:00 Uhr

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