Stand: 14.08.2017 13:48 Uhr

Lübeck: Der Bagger kommt, die Bäume bleiben

Ein Mann in oranger Jacke trägt einen Teil eines Bauzauns und zwei Männer in orangen Jacken unterhalten sich. © NDR Foto: Julian Marxen
In Lübeck beginnen die Bauarbeiten "An der Untertrave", die die Stadt etwa 7,6 Millionen Euro kosten. Im Hintergrund sind die Linden zu sehen, die davon nicht berührt werden.

Knapp acht Monate nach einem viel diskutierten Bürgerentscheid haben in Lübeck die Bauarbeiten an der Straße "An der Untertrave" begonnen. In dem Abschnitt zwischen der historischen Drehbrücke über die Trave und dem Hansemuseum soll mehr Platz für Fußgänger entstehen. Kalkuliert wird mit Kosten in Höhe von knapp 7,6 Millionen Euro. Die Stadt trägt davon nach eigenen Angaben einen Anteil von 980.000 Euro. Der Bereich der Straße zwischen Drehbrückenplatz und Holstentor bleibt von den Bauarbeiten unberührt. Die Lübecker hatten sich im vergangenen Dezember per Bürgerentscheid mehrheitlich dafür entschieden, dass 48 Winterlinden in diesem Abschnitt für eine Umgestaltung der Untertrave nicht gefällt werden sollen.

Etwa 250 Stimmen entscheiden gegen Linden-Fällung

Die Hansestadt wollte die Linden durch 60 neue Bäume ersetzen, den kompletten Straßenzug für 15,6 Millionen Euro umgestalten und dafür Fördermittel in Höhe von 10,5 Millionen Euro in Anspruch nehmen - ein Aktionsbündnis war dagegen. Die Initiative "Lübecks Linden leben lassen" hatte knapp 11.000 Unterschriften gesammelt und den Bürgerentscheid so erzwungen. Bei der Abstimmung kippten die Gegner das Projekt mit einer knappen Mehrheit. Sie hatten etwa 250 Stimmen mehr als die Befürworter. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) war damals der Ansicht, dass sich die Stadt eine Umgestaltung ohne Fördergelder nicht leisten könne. Bund und Land unterstützen nun auch die aktuellen Maßnahmen. Bedingt durch geringere Gesamtkosten fällt jedoch auch die Förderung kleiner aus.

Lübeck erhofft sich mehr Hafenidylle an der Trave

Die Straße "An der Untertrave" soll bis Ende 2018 zur Flaniermeile werden. Geplant sind unter anderem breitere Fußwege, auf denen Cafés ihre Tische aufstellen können, eine große Freitreppe Richtung Wasser sowie ein Servicegebäude mit Kiosk und öffentlichen Toiletten. Bausenatorin Joanna Glogau (parteilos) erhofft sich durch die Maßnahmen mehr Hafenatmosphäre. Auch der Drehbrückenplatz soll saniert werden. Die geplanten Kosten dafür sind in den 7,6 Millionen Euro erhalten.

Stadt: Pläne für Linden-Abschnitt in der Schublade

Eine Sprecherin der Stadt bestätigte NDR 1 Welle Nord, dass auch weiterhin das Ziel bestehe, den Straßenabschnitt bis zum Holstentor umzubauen. Die Pläne dafür lägen in der Schublade - "wie auch immer sie dann am Ende aussehen". Auf der Homepage der Bürgerinitiative heißt es, dass man weiterhin darauf dränge, "dass die Umgestaltung MIT den Winterlinden erfolgen muss". Zumindest solle die Planung dahingehend geändert werden, dass die Linden integriert werden. So fordere es auch der Wortlaut des Bürgerentscheids, heißt es weiter.

Der Bürgerentscheid ist rechtlich zwei Jahre bindend. Nach Ablauf der Frist könnte die Bürgerschaft den alten Gestaltungsplan theoretisch wieder umsetzen - ohne einen neuen Bürgerentscheid.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.08.2017 | 12:00 Uhr

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