Stand: 31.05.2015 11:31 Uhr

Leiterin weist Vorwürfe gegen Jugendheim zurück

In der Diskussion um die Zustände im Jugendheim "Friesenhof" in Dithmarschen steht jetzt Aussage gegen Aussage: Die Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft hatte schwere Vorwürfe gegen die Einrichtung erhoben, in der Mädchen im Alter von 8 bis 18 Jahren betreut werden. Nach Aussagen der Hamburger Politiker haben sich Mädchen - auch aus Hamburg - über entwürdigende Erziehungsmethoden beschwert. Es soll unter anderem darum gegangen sein, dass sie sich nackt vor einzelnen Betreuern ausziehen mussten. Barbara Janssen, die Leiterin des "Friesenhofs" ist dem nun öffentlich entgegengetreten. Janssen sagte dem Schleswig-Holstein Magazin: "Wenn die Vorwürfe sich bewahrheitet hätten, würden wir nicht mehr mit einer Betriebserlaubnis arbeiten können."

"Niemals musste sich ein Kind nackt ausziehen"

Es habe zwar Auflagen vom Jugendamt gegeben, die auch kontrolliert wurden, so Janssen. "Die Auflage gab es, aber das ist niemals passiert. Niemals musste sich ein Kind nackt ausziehen." Im Hinblick auf die Kritik sprach Janssen von einer "Hetzkampagne". Das schleswig-holsteinische Sozialministerium will sich zu einzelnen Vorwürfen oder Mängeln nicht äußern. Ein Sprecher sagte aber, das Landesjugendamt habe dem Träger Ende Januar Auflagen gemacht und prüfe jetzt, ob sie umgesetzt werden. Sozialministerin Kristin Ahlheit (SPD) sagte, der Schutz von Jugendlichen stehe an erster Stelle. Es werde auch weiter unangemeldete Kontrollen geben.

Linke kritisieren Hamburger Sozialbehörde

Die Hamburger Linken-Politiker berufen sich dabei auf ein Schreiben des schleswig-holsteinischen Landesjugendamts, das die Hamburger Jugendämter über die Vorwürfe informiert hatte. Sie kritisieren, dass die Hamburger Sozialbehörde bisher nichts von den Vorwürfen wusste. Das Schreiben der Kollegen in Schleswig-Holstein sei nur an die Jugendämter in Mitte, Wandsbek und Harburg gegangen, erklärte die Behörde.

Der Fall weckt Erinnerungen an den Skandal um die Haasenburg-Heime in Brandenburg, die inzwischen geschlossen wurden - auch hier wurden Hamburger Kinder untergebracht. Ob die Vorgänge vergleichbar sind, ist aber noch völlig unklar. Die Linksfraktion will am Montag weitere Einzelheiten auf einer Pressekonferenz bekannt geben.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 31.05.2015 | 11:00 Uhr

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