Stand: 17.08.2019 16:26 Uhr

Lange will nicht mehr mit der Union

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Simone Lange und Alexander Ahrens wollen als Doppelspitze für den SPD-Vorsitz kandidieren.

Im Rennen um den Vorsitz der SPD haben Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange und der Bautzener Oberbürgermeister Alexander Ahrens in Leipzig erneut für einen Austritt aus der Großen Koalition plädiert. Es war der erste gemeinsame Auftritt des Duos, das sich - neben einigen anderen - gemeinsam für den SPD-Vorsitz bewirbt. Der Austritt aus der Koalition müsse mit der Halbzeitbilanz - also möglichst schnell - geschehen, sagte Lange. Es werde keine weitere Große Koalition geben.

Lange will kleineren Bundesvorstand

"Die SPD hat das Potenzial, wieder 40 Prozent der Wähler zu gewinnen", sagte Lange. Die Partei müsse allerdings das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen. Die SPD rede seit Jahrzehnten von Erneuerung, doch nichts habe sich an den Strukturen verändert. Lange plädierte unter anderem für eine Verkleinerung des Bundesvorstandes von derzeit 50 auf 30 bis 40 Mitglieder "Wir brauchen eine arbeitsfähige Größe", sagte sie.

Strukturen sollen sich verändern

Im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein hatte Lange zuvor ebenfalls betont, dass es strukturelle Änderungen geben müsse. "Wir merken, dass wir in Wahlkämpfen schwach sind, da braucht es Manpower und gute Strukturen", sagte sie.

Gute Chancen - trotz Außenseiterposition

Zusammen mit Alexander Ahrens schätzt Lange ihre Chancen als gut ein - trotz Außenseiterposition. "Was die Partei jetzt braucht, ist Mut und Konsequenz." Sowohl sie als auch Ahrens seien "extrem meinungsstabil" und hätten "eine Haltung", so Lange. Die Flensburger Oberbürgermeisterin war im April 2018 schon einmal angetreten und hatte die Wahl gegen Andrea Nahles verloren, mit 27,6 Prozent der Stimmen aber einen überraschenden Achtungserfolg erzielt. Dadurch fühle sie sich bestärkt, sagte sie.

Zornig auf Olaf Scholz

Das Interesse an der Kandidatur für den SPD-Parteivorsitz ist nach anfänglichem Zögern in den letzten Tagen stark gestiegen. Mittlerweile gibt es 13 Kandidaten - allein fünf davon kommen aus Norddeutschland. Am Freitag hatte Hamburgs früherer Erster Bürgermeister und jetziger Bundesfinanzminister Olaf Scholz überraschend sein Interesse angemeldet. Darüber zeigte sich Simone Lange zornig: "Vor einigen Wochen hat er mehr als deutlich gemacht, dass er kein Interesse an dieser Position hat. Und jetzt so zu tun, als müsse er sich quasi opfern - das macht mich zornig" sagte sie.

Spitze der Nord-SPD nominiert keinen Kandidaten für Parteivorsitz

Die Oberbürgermeisterin von Flensburg und das Stadtoberhaupt von Bautzen bilden eines von mehreren Teams, die sich um die Nachfolge der zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles bewerben. Ein weiteres Bewerber-Duo bilden Ralf Stegner und Gesine Schwan. Außerdem wollen die schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete Nina Scheer und Karl Lauterbach kandidieren. Vorerst bekommt aber keiner der Kandidaten eine Wahlempfehlung des Landesverbandes. Nach einer Sitzung des Vorstandes in Kiel am Sonnabend sagte SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli, die Kreisverbände diskutierten zurzeit die Bewerbungen. Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis 1. September. Die neue SPD-Spitze soll dann in einer Mitgliederbefragung bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden.

Voraussetzung für eine Teilnahme ist die Unterstützung von mindestens einem Landesverband oder von fünf Unterbezirken beziehungsweise Kreisverbänden. Bisher erfüllen Europa-Staatsminister Michael Roth und die nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordnete Christina Kampmann als einzige dieses Kriterium. Im Norden unterstützen bisher die Kreisverbände Segeberg, Herzogtum Lauenburg und Stormarn das Duo Scheer/Lauterbach.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.08.2019 | 12:00 Uhr

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