Landtagsabgeordnete tagen im Plenarsaal. © picture alliance/dpa | Axel Heimken Foto: Axel Heimken

Landtag: Buchholz will mehr Unternehmen ins Land holen

Stand: 24.09.2021 12:51 Uhr

Mit einer Debatte über den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein hat der Landtag in Kiel am Freitag seine Beratungen fortgesetzt.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) betonte das Ziel, mehr Unternehmen aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland ins Land zu locken. Schleswig-Holstein brauche diese Unternehmensansiedlungen, um seine Wirtschaftskraft zu verbessern und strukturelle Defizite zu überwinden. Besonders im Blick hat der Minister die Medizin- und Gesundheitswirtschaft, die digitale Wirtschaft, die Ernährungsindustrie sowie die erneuerbaren Energien.

Arp: Die A20 wird kommen

Wichtig sei auch der Ausbau der Infrastruktur einschließlich der A20. Deren Fortführung liegt seit Jahren infolge gerichtlicher Entscheidungen auf Eis. "Die A20 wird kommen, da bin ich ganz sicher", sagte der CDU-Politiker Hans-Jörn Arp im Landtag. Alles andere wäre unverantwortlich. Die Grünen als Koalitionspartner sind gegen den Ausbau. Deren Wirtschaftspolitiker Joschka Knuth wollte in der Debatte keine Prognose über den weiteren Autobahnbau in Deutschland wagen. Das Land müsse seine Innovationskraft stärken und brauche dafür zusätzliche große Unternehmen.

Drittletzter Platz für SH

Bei internationalen Ansiedlungen hatte Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich der Jahre 2012 bis 2020 den drittletzten Platz erreicht. Der SPD-Wirtschaftspolitiker Thomas Hölck verwies auf negative Kennziffern des Wirtschaftsstandorts und bescheinigte der Landesregierung "keine gute Bilanz". Das Land leide wegen des niedrigen Lohnniveaus auch an einem Mangel an Fachkräften, was die Ansiedlung neuer Unternehmen erschwere.

Geringe Wirtschaftskraft im Norden

Bei der Wirtschaftskraft liegt Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt, weil die Industrie laut der Regierung nur 15 Prozent zur Bruttowertschöpfung beiträgt. Mit 46,3 Beschäftigten pro 1.000 Einwohner ist die Quote hier geringer als im Schnitt aller Bundesländer (77,5). Rund 99 Prozent der Unternehmen in Schleswig-Holstein sind kleine und mittlere Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten. Wegen der vorwiegend mittelständisch geprägten Wirtschaftsstruktur fallen konjunkturelle Auf- und Abschwünge im Norden geringer aus als im Bundesschnitt. So wuchs das Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr real nur um 0,6 Prozent, während es in Deutschland insgesamt 2,9 Prozent waren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.09.2021 | 12:00 Uhr

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