Auf einer sehr maroden Straßen mit starken Schäden stehen an der Seite Autos geparkt. Im Hintergrund sieht man eine Häuserfront. © picture alliance Foto: Franziska Kraufmann

Landesstraßennetz schwerer beschädigt als erwartet

Stand: 21.09.2021 18:02 Uhr

Aktuelle Baustellen und neue Gutachten attestieren: Die Straßenschäden in Schleswig-Holstein sind größer und tiefer als gedacht. Laut Verkehrsminister Buchholz dauert die Sanierung des Landesstraßen-Netzes deswegen auch deutlich länger als geplant.

Das Landesstraßennetz in Schleswig-Holstein ist schwerer beschädigt als erwartet. Sowohl die bisherigen Baustellen als auch die jüngste gutachterliche Zustandserfassung hätten deutlich mehr und vor allem massivere Schäden zutage gefördert als noch 2018 prognostiziert, sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). "Entgegen den ursprünglichen Erwartungen unserer Experten sind die Schäden an vielen Landesstraßen nicht nur größer, sondern buchstäblich auch tiefgründiger. Das macht die Reparaturen langwieriger und kostspieliger."

Bis zu 70 Zentimeter tiefe Erneuerung nötig

Bisher wurde demnach angenommen, dass es bei 60 Prozent der Straßen ausreicht, nur die oberste Schicht zu erneuern. Jetzt ist klar, dass das nur bei 39 Prozent der Straßen reicht. Bei den anderen muss deutlich tiefer saniert werden, um sie langfristig in Schuss zu bringen. Das bedeutet, dass nicht nur die oberen etwa sieben Zentimeter saniert werden müssen - sondern es ist eine bis zu rund 70 Zentimeter tiefe Erneuerung nötig.

Nur zu oberflächlich repariert

Nach Angaben des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr wurden in der Vergangenheit die Straßen oft nur zu oberflächlich repariert, weil das Geld fehlte. Laut Direktor Torsten Conradt verschiebt sich für knapp über die Hälfte der noch offenen Sanierungsprojekte der Fertigstellungstermin um mindestens ein Jahr nach hinten. "Erschwerend hinzu kommt eine neue zeitliche Koordinierung einzelner Maßnahmen, um Umleitungsstrecken freizuhalten, aber auch fehlendes Personal sowie Kostensteigerungen und Lieferengpässe infolge der Corona-Pandemie."

Dreistelliger Millionenbetrag mehr

Zum Sanierungsprogramm zählen auch Brücken und die Ausstattungen der Straßen. Dafür stellt die Landesregierung laut Buchholz allein in der laufenden Legislaturperiode rund 360 Millionen Euro zur Verfügung. Eigentlich sollten alle Landesstraßen bis 2030 repariert sein. Nun wird es laut Buchholz bis Mitte der 30er-Jahre dauern und einen dreistelligen Millionen-Betrag mehr kosten.

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Auf der abgesperrten Straße steht ein Schild mit der Aufschrift "Umleitung". © picture alliance/Geisler-Fotopress Foto: Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.09.2021 | 15:00 Uhr

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