Ein kaputtes Auto steht auf einer Rasenfläche, auf dem ein umgekipptes Verkehrsschild liegt.  Foto: Johannes Kaths

Rückgang wegen Corona: Weniger Verkehrsunfälle in SH

Stand: 10.03.2021 19:38 Uhr

Im Jahr 2020 hat es deutlich weniger Verkehrsunfälle im Land gegeben - rund 80.000 wurden von der Polizei registriert. Das sind 13,5 Prozent weniger als im Vorjahr. 

Während des ersten Lockdowns von Mitte März bis Ende April 2020 wurde ein erheblich niedrigeres Verkehrsaufkommen festgestellt, so der Bericht der Landespolizei, der am Mittwoch vorgestellt wurde. Seit Beginn der zweiten scharfen Corona-Maßnahmen im November und dann später des Shutdowns im Dezember sei ein geringeres Verkehrsaufkommen festgestellt worden. Rund 17.000 Verkehrsunfälle wurden von der Polizei aufgenommen. Bei etwa 11.000 Unfällen wurden Menschen verletzt. Bei rund 2.000 Unfällen verletzte sich jemand schwer - ein Minus von 11,6 Prozent. 107 Menschen starben 2020 auf den Straßen im Land - das sind sieben mehr als im Vorjahr. 

Starker Rückgang bei Senioren und Kindern 

Seit 20 Jahren gab es nicht so wenige Verkehrsunfälle, an denen Kinder beteiligt waren. 1.092 (-12,8 Prozent) wurden von der Polizei aufgenommen. Dabei verunglückten insgesamt 1.003 (-18,4 Prozent) Kinder leicht und 114 (-6,6 Prozent) schwer, teilte die Landespolizei mit. Und auch als Mitfahrer in Autos kamen Kinder seltener zu Schaden. Die Beamten gegen davon aus, dass ein Zusammenhang mit Pandemie-bedingten Schul- und Kita-Schließungen besteht.

Auch bei den Senioren über 65 Jahren gab es deutlich weniger Unfälle: 4.492, das sind 12,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Gefährlich wurde es für Senioren auf zwei Rädern: 43,9 Prozent der Verunglückten fuhren ein Fahrrad oder Pedelec, 43,8 Prozent erlitten dabei schwere Verletzungen, neun davon starben. Senioren sind im Straßenverkehr am stärksten gefährdet - deswegen setzt die Landespolizei auf Prävention und Aufklärung. 

Zehn-Jahres-Vergleich: Noch nie so wenig Verletzte auf Autobahnen 

Auf den Autobahnen im Land wurden 3.548 Verkehrsunfälle registriert - das waren 22 Prozent weniger als im Vorjahr. 890 Menschen wurden bei diesen Unfällen verletzt - 2019 waren es 274 Verletzte mehr. Wenn man die letzten zehn Jahre betrachtet, gab es 2016 mit 1.225 die meisten Verletzten, 2020 die wenigsten. 

Weniger Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss 

Auch die Anzahl der Verkehrsunfälle, bei denen mindestens ein Unfallbeteiligter unter Alkoholeinfluss stand, ist im vergangenen Jahr um 10,2 Prozent auf 1.087 gesunken. 15 Prozent weniger Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss wurden von der Polizei aufgenommen. Dabei wurden 127 Verkehrsteilnehmer verletzt oder getötet.

Weniger los auf den Straßen im Land

Wie sich das Verkehrsaufkommen während der Corona-Pandemie im Land verändert hat, zeigt eine Studie des Unternehmens Inrix, das internationale Verkehrsanalysen durchführt. In Kiel hat der Verkehr im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 um 57 Prozent abgenommen. Der Landeshauptstadt folgt Flensburg mit einem Minus von 53 Prozent.

 

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Stau auf der Autobahn 7 © Daniel Friedrichs Foto: Daniel Friedrichs

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.03.2021 | 10:00 Uhr

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