Stand: 06.12.2017 19:55 Uhr

Land unterstützt G9-Umstellung an Schulen finanziell

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 Die Jamaika-Koalition will wegen der Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren mehr Geld in die Bildung investieren.

Rückkehr zu G9, Ausbau der Ganztagsbetreuung und einen Bonus für Schulen an sozialen Brennpunkten: Das sind die Ziele der Jamaika-Koalition in der schleswig-holsteinischen Bildungspolitik, die am Mittwoch im Kieler Landeshaus vorgestellt wurden. Rund 55 Millionen Euro will die Landesregierung für sämtliche Projekte bereitstellen. Die Neuerungen sollen ab dem Schuljahr 2019/2020 gelten. CDU, Grüne und FDP wollen für die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren zusätzliche Lehrerstellen schaffen und so den zusätzlichen Unterricht sichern.

GEW kritisiert Dreiviertelmehrheit für G8

Momentan bieten 84 von 99 Gymnasien noch das Turbo-Abitur G8 an. An elf Gymnasien gibt es bereits G9 und vier Schulen fahren zweigleisig. Dort werden sowohl G8 als auch G9 angeboten. Ziel bleibe eine flächendeckende Rückkehr zu G9, sagte CDU-Bildungspolitiker Tobias Loose. Weiterführende Schulen dürfen ab dem Schuljahr 2019/2020 G8 nur beibehalten, wenn sich mindestens 75 Prozent der Stimmen in der Schulversammlung aus Lehrern, Elternschaft und Schülervertretern dafür aussprechen. Für die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Astrid Henke, nach wie vor eine zu hohe Hürde.

Ganztagsangebote werden ausgebaut

Des Weiteren will die Landesregierung die Ganztagstreuung an Gymnasien ausbauen. Schüler der Klassen fünf bis sieben sollen ab Sommer 2019 jeweils eine Extra-Unterrichtsstunde erhalten. Diese Erweiterung will die Landesregierung mit 50 zusätzlichen Lehrerstellen unterstützen. Diese neuen Stellen sind Teil der knapp 400 Lehrerstellen, die die Regierung bereits angekündigt hat. "Unser Bildungspaket stärkt die Einführung von G9 von Anfang an", meinte CDU-Politiker Loose.

Bildungsbouns für Schulen an sozialen Brennpunkten

Auch Grund- und Gemeinschaftsschulen werden von den Bildungsinvestitionen der Landesregierung profitieren. Nach den Sommerferien 2019 startet ein sogenannter Bildungsbonus. Der Umfang beträgt zunächst zwei Millionen Euro jährlich und wächst ab 2022 auf zehn Millionen an. "Die Mittel dienen dazu, Grundschulen und weiterführende Schulen in der Sekundarstufe I an prekären Standorten personell besser auszustatten", erklärte die Grünen-Bildungspolitikerin Ines Strehlau. Die GEW befürwortet den Bildungsbonus, kritisiert aber, dass er nicht früher kommt.

"G9-Umstellung läuft Gefahr, ein Desaster zu werden"

Noch unklar ist, wer mögliche Kosten der Schulreform in den Kommunen trägt. Darüber will die Koalition im Januar in einem Spitzengespräch mit den kommunalen Spitzenverbänden sprechen. Deshalb kommt Gegenwind für die Pläne aus der Opposition. Die Umstellung auf G9 laufe Gefahr für die Gymnasien, zu einem Desaster zu werden, so Kai Vogel von der SPD. Die drei Fraktionen hätten sich noch keine Gedanken darüber gemacht hat, "was die per Gesetz verordnete Rückkehr zu G9 an Belastungen für die Schulträger bedeutet".

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.12.2017 | 17:00 Uhr

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