Ein Fahrradsymbol auf einem Radweg. © Colourbox

Land SH will marode Radwege auf Vordermann bringen

Stand: 25.11.2021 15:03 Uhr

In Schleswig-Holstein gibt es zwar relativ viele Radwege, aber auch Qualitätsprobleme. Vor allem Wurzelaufbrüche bereiten Sorgen. Verkehrsminister Buchholz sucht nach Kompromissen.

Mit einem Sanierungsprogramm will die Landesregierung in den kommenden zwei Jahren für bessere Radwege in vielen Teilen Schleswig-Holsteins sorgen. Zwar nehme das Land eine bundesweite Vorreiterrolle beim Radverkehr ein, sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am Donnerstag im Landtag. So gebe es an 80 Prozent der Landes- und Bundesstraßen Radwege. Probleme bereite aber die Qualität vieler Strecken, insbesondere in ländlichen Regionen und auf Alleen.

Buchholz: "Auch mal einen Baum versetzen"

Die Jamaika-Koalition will deshalb 156 Sanierungsprojekte und 12 neue Radwege in Angriff nehmen. Dafür seien aber Kompromisse notwendig, sagte Buchholz. Denn nach seinen Worten gibt es vielerorts Probleme durch Wurzelaufbrüch. Mancherorts müsse deshalb ein Baum auch mal versetzt oder vor Bäumen auf Alternativen zu Asphalt gesetzt werden. Dies empfänden Radfahrer allerdings als mindere Qualität, sagte Buchholz.

SPD-Kritik: Viele Radprojekte erst im Planungsstadium

Der SPD-Verkehrspolitiker Kai Vogel kritisierte, dass zahlreiche der aufgeführten Radprojekte erst im Planungsstadium seien. Viele der etwa 1.100 Kommunen hätten zudem Probleme, sich im Dickicht der Förderprogramme zurecht zu finden. Vogel forderte deshalb schlankere Programme. Den Zustand der Radwege an Bundes- und an kommunalen Straßen habe das Land zudem nicht erfasst. "Sie erwecken mit unzähligen Radwegsanierungen viele Hoffnungen, deren Umsetzung vermutlich eher dem frommen Wunsch als einer Verlässlichkeit Stand hält", sagte Vogel.

Der CDU-Verkehrspolitiker Lukas Kilian bezeichnete Sanierungsprojekte als notwendig. Nur wenn es vor Ort gute Radwege gebe, seien Menschen bereit das Auto stehen zu lassen und umzusteigen. Laut Kilian steht für Radwege so viel Geld zur Verfügung wie noch nie. Man könne fast sagen, dass "Bernd Buchholz zum Jan Ulrich der Landesregierung geworden ist".

Ziel: 30 Prozent der Verkehrsteilnehmer aufs Rad

Allein bis Ende 2023 stehen für den Ausbau des Radverkehrs in Schleswig-Holstein voraussichtlich etwa 40 Millionen Euro vom Bund bereit. Das Geld ist auch für die Instandhaltung von Radwegen und das Fahrradparken an Schnittstellen zu Bussen und Bahnen gedacht. Mittlerweile wurden 68 kommunale Projekte angemeldet, für 46 gebe es bereits Zusagen des Bundes, listete Buchholz auf.

Ziel der Landesregierung ist es, mehr Menschen zum Fahrradfahren zu bewegen. Bis 2030 soll demnach fast jeder dritte Verkehrsteilnehmer mit dem Rad unterwegs sein. Parallel will das Land unter die ersten drei Bundesländer beim Radtourismus kommen - durch einen Ausbau der Radwege und eine Erhöhung der Verkehrssicherheit für Radfahrer erreichen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.11.2021 | 16:00 Uhr

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