Kreis Plön: Geflügelpest in Betrieb mit 53.000 Hühnern bestätigt

Stand: 12.03.2021 19:10 Uhr

Im Kreis Plön ist erneut die Geflügelpest - auch Vogelgrippe genannt - nachgewiesen worden. Betroffen ist ein Betrieb mit 53.000 Hühnern. In dem Kreis ist es der zweite große Ausbruch innerhalb einer Woche.

Nach Angaben des Kreises Plön hat das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) den Erreger H5N8 in einem Legehennenbetrieb mit 53.000 Tieren in der Gemeinde Dannau nachgewiesen. Die Hühner müssen nun getötet werden, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Das sehen die Auflagen der Geflügelpest-Verordnung vor. Das Veterinäramt des Kreises war vom Hoftierarzt informiert worden, nachdem in dem Betrieb mehrere Tiere tot aufgefunden worden waren.

Erster großer Ausbruch in Kühren

Das Landeslabor untersuchte die Proben. Die Befunde wurden am Freitag vom FLI bestätigt. Es handelt sich um den zweiten großen Ausbruch im Kreis Plön innerhalb weniger Tage. Erst am Montag waren 76.000 Legehennen eines Betriebs in Kühren gekeult worden. Nach Angaben des Kreises hat eine Spezialfirma bereits damit begonnen, auch die Legehennen des Betriebs in Dannau zu töten. Anschließend wird die gesamte Anlage gereinigt und desinfiziert.

Sperrbezirk rund um den Betrieb eingerichtet

Aktuell ist das Betriebsgelände abgesperrt und darf nicht betreten werden. Um den betroffenen Betrieb wurde außerdem ein Sperrbezirk mit einem Radius von mindestens drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet von mindestens zehn Kilometern eingerichtet.

Der Sperrbezirk umfasst folgende Gemeinden (komplett oder in Teilen):

  • Dannau
  • Giekau
  • Helmstorf
  • Högsdorf
  • Klamp
  • Kletkamp
  • Rantzau

In diesen Gebieten dürfen beispielsweise keine Tiere oder tierischen Erzeugnisse in einen Bestand herein- oder herausgebracht werden. Außerdem sind alle Geflügelhalter im Sperrbezirk und im Beobachtungsgebiet verpflichtet, ihren Bestand an das Ordnungsamt des Kreises Plön zu melden. Das gilt unabhängig von der Zahl der Tiere, sagte Jan Sassen, Leiter der Veterinäraufsicht des Kreises: "Wenn jemand nur eine Henne hält, dann muss auch das gemeldet werden."

Albrecht: Tierhalter müssen wachsam sein

Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) zeigte sich betroffen nach dem zweiten großen Ausbruch im Kreis Plön: "Fälle wie diese zeigen, wie wichtig unser Handeln ist. Ich fordere alle Tierhalterinnen und Tierhalter auf, äußerst wachsam zu sein - das ist enorm wichtig für den Schutz unserer Tiere."

In Schleswig-Holstein erfolgte in bislang zehn Geflügelhaltungen mit insgesamt rund 134.000 Stück Geflügel ein Nachweis der Geflügelpest. Bisher sind bundesweit im Rahmen des aktuellen Geschehens bereits mehr als 100 Haltungen in elf Bundesländern betroffen.

Aufstallungspflicht gilt weiter

Landesweit gilt weiter eine Aufstallungspflicht. Betriebe dürfen Tiere nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen füttern. Zudem darf kein Oberflächenwasser für das Tränken der Tiere genutzt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen das Geflügel in Berührung kommen kann, müssen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden.

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Ein Huhh, davor ein Abstrichröhrchen. © picture alliance/Fotostand/Fotostand/Freitag Foto: Freitag

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.03.2021 | 19:00 Uhr

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