Stand: 12.12.2019 16:53 Uhr

Kreis Pinneberg: Radmuttern an Schulbussen gelöst

Eines der Räder mit gelösten Muttern des Schulbusses in Seestermühe. © NDR Foto: Tobias Senff
An diesem Rad hat eine Autowerkstatt die gelösten Muttern festgestellt. Dem Busfahrer waren zuvor merkwürdige Fahrgeräusche aufgefallen.

Unbekannte haben offenbar Schulbusse im Kreis Pinneberg im Visier. Bereits am Dienstag war bekannt geworden, dass an einem Schulbus in Brande-Hörnerkirchen die Muttern an zwei Rädern gelöst worden waren. Jetzt hat die Polizei einen weiteren Fall veröffentlicht: Ebenfalls am Montag wurden demnach an einem Schulbus, diesmal aber in Seestermühe, Radmuttern gelöst.

Busfahrer: "Ich war sehr schockiert"

Martin Seefeld, der Busfahrer, der an diesem Morgen Schüler aus den umliegenden Gemeinden zur Heidewegschule in Appen fahren sollte, hatte auffällige Geräusche bemerkt. In der Werkstatt wurden dann die gelösten Radmuttern entdeckt. Seefeld sagte NDR Schleswig-Holstein: "Ich war sehr schockiert. Wer vergeht sich an Schulbussen und bringt Leute so in Gefahr, dass es Unfälle mit Schwerverletzten oder Toten geben könnte?" Für ihn sei das Verhalten völlig inakzeptabel, gerade weil er Kinder, die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft, transportiere.

Der Bus war über das Wochenende auf einer Grünfläche in der Dorfstraße in Seestermühe abgestellt gewesen. Die Polizei geht davon aus, dass es sich dabei auch um den Tatort handelt. Zeugen werden gebeten, sich zu melden.

Fahrgeräusche verhindern Schlimmeres

Das Amt Hörnerkirchen hat unterdessen für die Aufklärung des Falls in Brande-Hörnerkirchen eine Belohnung von 1.000 Euro ausgesetzt. Dort war der Schulbus am Wochenende auf dem Schulgelände der Grund- und Hauptschule abgestellt worden. Auch hier hatten auffällige Fahrgeräusche dafür gesorgt, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Bereits Ende November hatten Schulmitarbeiter an dem Bus zwei gelöste Radmuttern festgestellt.

Polizei: "Das ist kein Kavaliersdelikt"

Die Ermittler überprüfen jetzt, ob ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht. Die Beamten weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich nicht um einen Kavaliersdelikt handelt. Sie ermitteln wegen versuchten gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.12.2019 | 15:00 Uhr

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