Stand: 28.02.2020 13:17 Uhr

Kommunales Busgewerbe: Einigung im Tarifstreit

Ein roter Bus von KVG steht auf einem Betriebshof © KVG Foto: KVG
Die Busfahrer im öffentlichen Nahverkehr bekommen mehr Geld.

In der sechsten Verhandlungsrunde hat es den Durchbruch gegeben: Im Tarifkonflikt der kommunalen Busfahrer in Schleswig-Holstein haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeberseite geeinigt. Wie der Kommunale Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein (KAV) mitteilte, werden die Entgelte der Beschäftigten rückwirkend zum 1. Januar 2020 um 140 Euro monatlich erhöht. Ab Juni nächsten Jahres gibt es weitere 115 Euro monatlich zusätzlich. "Die Laufzeit des Vertrages geht über 24 Monate", sagte Justus Steinbömer, stellvertretender KAV-Geschäftsführer. Die Einigung gilt für den öffentlichen Nahverkehr der Städte Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg.

Immer wieder Warnstreiks in SH

In den vergangenen Wochen hatte der Warnstreik der Busfahrer den öffentlichen Nahverkehr in Schleswig-Holstein immer wieder lahmgelegt. Zuletzt fuhren drei Tage lang keine Stadtbusse in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster.

Keine Einigung im privaten Busgewerbe

Nicht gelöst ist der Tarifkonflikt im privaten Busgewerbe. Ver.di-Streikführer Karl-Heinz Pliete bestätigte am Freitagmorgen die Fortsetzung des viertägigen Warnstreiks. Noch bis zum abendlichen Betriebsschluss sollten keine Busse fahren. Hintergrund sind die stockenden Tarifverhandlungen mit dem Omnibus Verband Nord (OVN). Dieser hatte angeboten, rückwirkend vom 1. Januar 2020 bis zum 1. November 2021 die Löhne um insgesamt 200 Euro in vier Schritten zu erhöhen. Ver.di dagegen fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um zwei Euro pro Stunde rückwirkend zum 1. Januar.

Laut ver.di erschienen die Vertreter des OVN am Freitag nicht zu den Lohntarifverhandlungen. Die ver.di-Verhandlungskommission habe um 10.30 Uhr in Kiel vor einer leeren Arbeitgeberbank gewartet. "Mit der öffentlich erklärten Weigerung, an den Verhandlungen teilzunehmen, nimmt der Arbeitgeberverband OVN bewusst die Beeinträchtigung der Fahrgäste als Kollateralschaden in Kauf, um Lohnerhöhungen zu verhindern", warf Pliete den Arbeitgebern vor.

OVN-Geschäftsführer Joachim Schack hatte am Donnerstag erklärt: "Verhandlungen sind ausgeschlossen, wenn gestreikt wird." Er hielt ver.di vor, erst den Verhandlungstermin vereinbart zu haben und dann den Warnstreik bis einschließlich Freitag ausgerufen zu haben. "Es gibt keinen Automatismus, vier Tage am Stück zu streiken. Ver.di ist der Warnstreik offenbar wichtiger als den Tag für Verhandlungen offen zu halten", sagte Schack.

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Ein Busfahrer sitzt in einem Bus. © dpa-bildfunk Foto: Carsten Rehder

Nach Busfahrer-Streiks: Einigung in Sicht

In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Warnstreiks der Busfahrer. Nun liegt ein neues Angebot des kommunalen Arbeitgeberverbandes vor. Ver.di will die Mitglieder befragen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 28.02.2020 | 08:00 Uhr

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