Stand: 01.02.2019 11:48 Uhr

Klimaschutz-Demo: Ist das "Schule schwänzen"?

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Bunte Demo für den Klimaschutz: In Bad Oldesloe gehen am Freitag viele Schüler auf die Straße.

Am Freitag sind wieder viele Schüler bundesweit für den Klimaschutz auf die Straße gegangen - auch in Schleswig-Holstein. In Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) beteiligten sich nach Angaben der Polizei mehr als 500 Schüler an der Demonstration. Und auch in Eckernförde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) gingen Hunderte auf die Straße. Die Initiative mit dem Namen "Fridays for Future" breitet sich immer mehr aus. Doch schon lange machen sich Schüler, Eltern, Lehrer und Schulleitungen darüber Gedanken, ob das Fernbleiben von der Schule rechtlich Folgen haben könnte. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich am Donnerstag in Berlin bei einer Diskussionsveranstaltung im Bundesrat mit 160 Jugendlichen über die Demos geäußert: "Ich finde das sehr beeindruckend. Dauerhaft finde ich aber auch, sollte nicht die Demonstration für den Klimaschutz sozusagen gegen die Schule ausgespielt werden."

Günther: "Für den Einstieg war es okay"

Günther sagte, die Demo müsse "irgendwann auch mal außerhalb der Unterrichtszeiten stattfinden. Ich finde, für den Einstieg war es okay, dann auch mal ein Zeichen zu setzen. Aber ich würde beispielsweise auch zu den Jugendlichen hingehen, wenn sie außerhalb ihrer Schulzeit demonstrieren würden."

Ministerium kündigt "Maßnahmen" an

In einem Schreiben des Bildungsministeriums an die Schulleiter in Schleswig-Holstein hieß es am Freitag, dass "die Teilnahme an den Demonstrationen ein unentschuldigtes Fehlen und damit ein konkret schulbezogenenes Fehlverhalten" darstelle. Und weiter: "Stellt die Schule ein solches Fehlverhalten fest, müssen die Schülerinnen und Schüler darüber aufgeklärt werden. Im Falle eines erneuten Fehlverhaltens sind Maßnahmen gemäß Paragraph 25 Abs. 1 Schulgesetz geboten. Dabei ist der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz zu beachten und es sollte darauf hingewiesen werden, dass das gesellschaftliche Engagement - aber eben außerhalb der Unterrichtszeiten - zu begrüßen ist."

Schüler: "Lehrer dulden stillschweigend"

Es stellt sich zunehmend die Frage, wie die einzelnen Schulen die Streikaktionen zurzeit handhaben. Schüler Matti Wendt, der die Demo in Eckernförde mitgeplant hat, sagte NDR.de: "Die meisten Lehrer wussten vorher Bescheid. Sie haben das Ganze stillschweigend geduldet und uns gesagt: Ihr würdet ja sowieso zur Demo gehen."

Vorbild ist die Schwedin Greta Thunberg

Schon seit Wochen demonstrieren Schüler weltweit immer freitags für den Klimaschutz. Vorbild ist die 16 Jahre alte Greta Thunberg aus Schweden, die mit ihrem Schulstreik für das Klima regelrecht berühmt geworden ist. In Schleswig-Holstein haben sich an den vergangenen Freitagen die Streikenden immer vor dem Landeshaus in Kiel getroffen und demonstriert. Dieses Mal wurde dort nach Angaben der Polizei nicht demonstriert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.02.2019 | 12:00 Uhr

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