Stand: 20.02.2019 18:29 Uhr

Kiellinie: Der Verfall einer Vorzeigemeile

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"An der Côte d'Azur wäre so etwas nicht mal ein paar Monate sichtbar", kommentiert ein Anwohner die Löcher in der Promenade.

Es gibt wohl keine Strecke in Kiel, die beliebter ist bei Joggern und Spaziergängern als die Kiellinie. Doch der kilometerlange freie Blick auf Förde und Schiffchen, das war einmal. Seit drei Jahren müssen Fußgänger und Fahrradfahrer streckenweise Slalom laufen und fahren - um Absperrzäune herum. Die ehemalige Vorzeigemeile ist marode und stellenweise gefährlich. Auf 500 Metern von insgesamt vier Kilometern haben sich tiefe Löcher in der Promenade gebildet. Stellenweise sind sie so groß, dass Erwachsene ohne Probleme hinein kriechen könnten. "Das geht überhaupt nicht", sagte ein Kieler NDR Schleswig-Holstein. "An der Côte d'Azur wäre so etwas nicht mal ein paar Monate sichtbar."

Die Kiellinie umgeben von Baunzäunen.

Sanierung der Kiellinie: Wie geht es weiter?

Schleswig-Holstein Magazin -

Die Kiellinie ist ein Aushängeschild der Stadt, doch seit drei Jahren prägen Bauzäune dort das Bild. Das Berthold-Beitz-Ufer ist stark verrostet - und die Sanierung stockt.

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Der Stadt fehlt Geld für die Sanierung

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In der Spundwand der Kiellinie haben sich unter der Wasseroberfläche tiefe Löcher gebildet.

In der Spundwand unterhalb der Promenade klaffen ebenfalls große Löcher, die die Betonplatten auf der Promenade teilweise einsacken lassen. Dort hat die Ostsee viele Kubikmeter Sand ausgewaschen. Die Stadt würde gerne die gesamte Kiellinie sanieren, hat dafür aber zu wenig Geld. Nach Angaben der Stadträtin für Stadtentwicklung und Umwelt, Doris Grondke (parteilos), werden für die komplette Sanierung 35 Millionen Euro benötigt. 90 Prozent der Summe wird laut Grondke gefördert, "der Rest geht über den städtischen Haushalt" - und die Landeshauptstadt ist nach jüngsten Angaben von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) mit 916 Millionen Euro verschuldet.

"Hier marschieren Zigtausende lang"

Eine Anwohnerin findet dennoch, dass die Stadt "ein bisschen Geld investieren" könnte. "Hier marschieren bei gutem Wetter zigtausende Leute lang." Der Blick auf die Bauzäune bleibt den Spaziergängern jedoch auf jeden Fall noch etwas erhalten. Zunächst muss der Kampfmittelräumdienst die Munition bergen, die an der Kiellinie an vielen Stellen vermutet wird. Erst dann kann die Stadt die Sanierung ausschreiben - frühestens Ende des Jahres.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 20.02.2019 | 19:30 Uhr

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