Kieler Woche 2021: Mehr als eine Million Besucher erwartet

Stand: 11.06.2021 08:10 Uhr

Segelsport und so viel Volksfest wie möglich - das ist zur Kieler Woche 2021 im September geplant. Die Ratsversammlung stimmte am Donnerstagabend dem vorgelegten Konzept mit großer Mehrheit zu.

Stattfinden soll das Event vom 4. bis 12. September 2021. Die Stadt plant mit rund der Hälfte an Events, Ständen und Besuchern. Einige Corona-Regeln werden wohl noch gelten. Denkbar seien Einlasskontrollen, Abstandsregeln, Masken- und Testpflicht oder Kapazitätsbegrenzungen an bestimmten Plätzen. Im Fokus soll, wie schon 2020, das Segeln stehen. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) rechnet mit mehr als einer Million Besucher. "Insgesamt kommen wir wieder deutlich näher ans Original", sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) bereits am Mittwoch. "Dieses Mal gibt es eigentlich Kieler Woche pur - aber mit ein paar Regeln." Es sind auch wieder Live-Konzerte geplant. Die Acts werden nach und nach bekannt gegeben.

Katja Matthes und Boris Herrmann eröffnen KiWo

Die Kieler Woche 2021 steht laut Stadt im Zeichen des Meeresschutzes. Deswegen wird auch die Geomar Direktorin Katja Matthes gemeinsam mit Weltumsegler Boris Herrmann die KiWo offiziell eröffnen. Herrmann hatte während der Non-Stop Regatta "Vendée Globe" Daten für das Geomar gesammelt. Am 8. September besucht Prinz Albert - Fürst von Monaco - die Kieler Woche und das Geomar. Er ist begeisterter Segler und Präsident des Mittelmeerforschungsrates.

"Ohne Anmeldung zur Krusenkoppel"

"Wir trauen uns im Moment, groß zu planen", betonte Kämpfer. "Zum internationalen Markt, zur Krusenkoppel oder zu Konzerten wird man ohne Anmeldung hingehen können." Er unterstrich: "Dass etwas Großes, Buntes möglich ist, darauf haben wir lange genug gewartet und das haben wir uns auch echt verdient." Als grobe Richtlinie sei derzeit die Hälfte der herkömmlichen Größe des Festes angedacht.

"Normal" sind 3,5 Millionen Besucher

2020 hatte Corona die Veranstalter veranlasst, auf ein Volksfest mit viel Musik und Trubel zu verzichten. Insgesamt wurden 38.000 Tickets für Veranstaltungen gebucht, 44.000 standen zur Verfügung. Online hatten Livestreams von Konzerten auf diversen Kanälen insgesamt 195.000 Zuschauer. Unter normalen Bedingungen hatte die Kieler Woche 2019 noch mehr als 3,5 Millionen Besucher aus gut 70 Ländern angelockt.

Aust: Unsicherheit bleibt

Ulf Kämpfer, Kiels Oberbürgermeister und Philipp Dornberger, Chef-Organisator der Kieler Woche sitzen im Büro des Bürgermeisters im Kieler Rathaus. © dpa-Bildfunk Foto: Axel Heimken
Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (r.) und Philipp Dornberger, Chef-Organisator der Kieler Woche, sind optimistisch, dass 2021 wieder eine fast originalgetreue KiWo stattfinden kann.

Die meisten Ratsmitglieder äußern sich positiv zu der abgespeckten Kieler Woche-Planung im September. "Eine Kieler Woche im September ist daher schon in zeitlicher Hinsicht nicht die Veranstaltung, die wir seit Jahrzehnten kennen und schätzen", sagte der Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Ratsherr Robert Vollborn. Doch mangels Alternativen "spricht aus unserer Sicht mehr für die Verlegung als gegen sie." Die grüne Ratsfrau Bettina Aust merkte an: "Es bleibt natürlich die Unsicherheit, wie sich die Pandemie bis September entwickelt hat." Sie vertraue darauf, dass das Kieler Woche Büro die Veranstaltungen so konzipiere, "dass es zu keiner Ansteckungsgefahr kommen wird." Der Vorsitzende und wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Ratsfraktion, Ingmar Soll, sagte: "Die Vorlage der Verwaltung stellt einen Maßnahmenmix vor, der sowohl den Erfordernissen der Pandemiebekämpfung als auch dem berechtigten Wunsch, die Kieler Woche 2021 konzeptionell wieder näher an ihr Original zu bringen, in ausgewogener Weise Rechnung trägt."

Schmidt: Stärkung des seglerischen Teils "einfach schön"

Marcel Schmidt, Vorsitzender der SSW-Ratsfraktion Kiel, sagte: "Die Stärkung des seglerischen Teil empfinde ich als Erfolg und persönlich als einfach schön." Auch Eike Reimers von der AfD-Ratsfraktion begrüßte das Konzept: "Wir freuen uns, dass sich die Kieler Woche konzeptionell der ursprünglichen Kieler Woche annähert, auch wenn sie sich dafür um 50 Prozent verkleinern muss. Ebenso erfreut es uns, dass man den Standbetreibern lediglich die Infrastrukturkosten berechnet, um diese zu entlasten."

Lediglich Florian Jansen, Geschäftsführer der Ratsfraktion Die Linke, zeigte sich kritisch: "In unseren Augen handeln hier Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und die Ratsmehrheit gesundheitspolitisch, kultur- und sportpolitisch, sowie wirtschafts- und finanzpolitisch, gelinde gesagt, grob fahrlässig. Wir halten es grundsätzlich für falsch, zu einem Zeitpunkt, an dem in Deutschland nahezu alle Großveranstaltungen abgesagt werden, um diese Pandemie endlich wirklich in den Griff zu bekommen, mit dem krampfhaften Festhalten an der Durchführung einer Kieler Woche um jeden Preis ein solch unkalkulierbares Risiko einzugehen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Magazin | 11.06.2021 | 08:00 Uhr

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