Stand: 07.08.2018 17:55 Uhr

Kieler Werften bieten zusammen für Milliarden-Auftrag

Es ist einer der größten Aufträge der Bundeswehr: Für dreieinhalb Milliarden Euro will die Marine vier neue Mehrzweck-Kampfschiffe bauen lassen - das sogenannte MKS 180. Im Bieterverfahren sind nun zwei Konkurrenten zu Partnern geworden. Am Dienstag haben die Kieler Werften German Naval Yards und Thyssen Krupp Marine Systems angekündigt, für den Auftrag zusammenzuarbeiten.

"Das Beste vom Besten an Ingenieuren"

Die Ausschreibung läuft noch bis Ende des Jahres. Neben den beiden Kieler Werften ist auch noch die niederländische Werft Damen Shipyards im Rennen um den milliardenschweren Auftrag. Die jetzt geschmiedete Allianz erhöhe die Chance, dass der Auftrag nach Kiel komme, sagte Jörg Herwig, Geschäftsführer von German Naval Yards, NDR Schleswig-Holstein - und ergänzte: "Wir haben nun die einmalige Möglichkeit, das Beste vom Besten an Ingenieuren zusammenzusetzen und zu nutzen."

Nicht die erste Zusammenarbeit beider Werften

Diese Zusammenarbeit gingen die nicht nur ein, weil sie einen Auftrag haben wollten, "sondern auch weil wir überzeugt sind, dass unsere Partnerschaft funktionieren kann", erklärte Herwig. Es wäre nicht das erste Mal, dass German Naval Yards und Thyssen Krupp Marine Systems zusammenarbeiten. Aktuell bauen die Kieler Werften für die israelische Marine vier Korvetten für rund 430 Millionen Euro. Wer den Zuschlag zum Bau der Mehrzweck-Kampfschiffe erhält, soll im ersten Quartal kommenden Jahres bekannt gegeben werden.

German Naval Yards bleibt Generalunternehmer

TKMS und die Lürssen-Werft mit Hauptsitz in Bremen hatten ursprünglich als Konsortium ein Angebot gemacht, waren aber aus dem Wettbewerb um den Bau des Mehrzweckkampfschiffs ausgeschlossen worden. Im Vergabeverfahren "MKS 180" tritt German Naval Yards Kiel als Generalunternehmer auf. Auf Basis der nun getroffenen Vereinbarung würde TKMS als Unterauftragnehmer agieren.

Günther wünscht sich Vergabe nach Deutschland

"Für den Schiffbaustandort Kiel ist das ein starkes Zeichen", sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zu der Kooperation. "Sollte German Naval Yards Kiel als letzter verbliebener deutscher Generalunternehmer den Wettbewerb gewinnen, sichert das viele Arbeitsplätze in weiten Teilen unseres Landes." Außerdem profitierten zahlreiche andere deutsche Zulieferunternehmen von einem solchen Milliarden-Projekt. "Ich wünsche mir sehr, dass das MKS 180 in Kiel gebaut wird und nicht im Ausland. Denn nur so bleibt das Know-how in Deutschland", sagte Günther.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.08.2018 | 17:00 Uhr

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