Stand: 05.01.2019 10:00 Uhr

Kieler Planetarium: Alles begann mit einem Projektor

Es war lange Zeit das einzige Planetarium in Schleswig-Holstein, mittlerweile ist es sogar eines der modernsten Kleinplanetarien der Welt: Heute feiert der Kieler Mediendom 50. Geburtstag. 725.000 Gäste kamen seit der Gründung. Dabei begann am 6. Januar 1969 alles mit einem einzelnen Projektor.

Ein Planet und Sterne im Weltraum. © NDR

Kieler Planetarium wird 50 Jahre alt

Schleswig-Holstein Magazin -

Der Kieler Mediendom wird 50 Jahre alt. Er wurde im Jahr der ersten menschlichen Mondbegehung eröffnet. Seitdem hat sich in der technischen Entwicklung viel getan.

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Eröffnung noch vor der ersten Mondlandung

Der Sternenprojektor für Kleinplanetarien, kurz ZKP 0, machte den Anfang. "Das Gerät ist in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs nach Schleswig-Holstein gekommen, zerlegt in alle Einzelteile", erzählt Eduard Thomas, heute Leiter des Mediendoms in Kiel. Oberstudienrat Werner Mewes setzte das Gerät damals gemeinsam mit seinen Studenten zusammen und nahm es in Betrieb. 1969 öffnete dann erstmals das Kieler Planetarium, noch vor der ersten bemannten Mondlandung: am Knooper Weg mit einer sechs Meter hohen Kuppel und 36 Sitzplätzen für Besucher.

Öffentliche Vorführungen ab 1986

Schnell entwickelte sich das Planetarium. Am Anfang waren es vor allem ehrenamtliche Begeisterte, die mitwirkten. Das Land schaltete sich ein, spendete Sonderprojektoren für die wöchentliche "Schülerstunde". Damals ist auch Eduard Thomas mit dabei: "Herr Mewes hat mir die Welt der Sterne näher gebracht. Dann bin ich angesteckt worden und nie wieder losgekommen", erinnert er sich. Die ersten öffentlichen Vorführungen starteten 1986.

Umzug ans Kieler Westufer

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Bis 1993 war das Planetarium am Knooper Weg in der Landeshauptstadt.

1989 musste das Planetarium dann abrupt geschlossen werden, nachdem Asbest gefunden worden war. Für die Sanierung gründeten die Planetarier einen Verein. 1993 konnte es dann wieder eröffnet werden.

Zehn Jahre später zog das Planetarium an die Fachhochschule am Ostufer Kiel und bekam einen neuen Namen: "Mediendom". Mit 64 Sitzen ist es mehr als doppelt so groß wie das alte Planetarium. Der Neubau in Kiel-Dietrichsdorf erhielt die damals modernste Projektionstechnik Europas. Auch die Vorführungen wurden immer begehrter, sogar im Ausland. "Veranstaltungen aus Kiel werden weltweit aufgeführt. Ich glaube insgesamt in 18 Sprachen", erzählt Thomas. Aber auch Projektions-Programme, die dort entwickelt werden, verkauft der Mediendom inzwischen an Planetarien in der ganzen Welt.

Der Mediendom feiert Geburtstag

Der einstige Projektor ZPK 0 wurde inzwischen längst abgelöst, ein neuer Supercomputer bringt Laserprojektionen an die neun Meter hohe Kuppel. Zum 50. Geburtstag erinnert das Planetarium von Sonntag an die Anfänge und die Entwicklung. Den ganzen Tag über sollen Sondervorstellungen laufen, einige entwickelten damals Studenten, andere sind Verkaufsschlager und schafften es sogar bis nach Amerika. "Das Universum ist eine unvorstellbare Weite mit unvorstellbar schönen Dingen", schwärmt Eduard Thomas. Wie diese Dinge genau aussehen und was im Universum noch alles passiert, kann man nun seit einem halben Jahrhundert im Kieler Planetarium herausfinden.

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Dieses Thema im Programm:

Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.01.2019 | 19:30 Uhr

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