Ein altes Kohlekraftwerk © NDR Foto: Christian Nagel

Kieler Kohlekraftwerk verschwindet langsam

Stand: 22.11.2021 21:12 Uhr

An der Kieler Förde hat am Montag offiziell der Rückbau des stillgelegten Kraftwerks begonnen. Es hat die Stadt fast 50 Jahre lang mit Energie versorgt - und die Silhouette des Ostufers geprägt.

Seit mehr als zwei Jahren ist der Betrieb im Kohlekraftwerk bereits eingestellt. Nebenan gibt es inzwischen eine Alternative: Das sogenannte Küstenkraftwerk mit dem Energieträger Erdgas. Nach Angaben der Stadtwerke spart es im Vergleich zum alten Kraftwerk 70 Prozent Emissionen ein. Umweltschützer kritisierten bereits zur Inbetriebnahme, dass das Kraftwerk noch immer mit fossilen Brennstoffen betrieben wird. Die Stadtwerke sagen dazu, dass Kraftwerke mit fossilen Energieträgern noch einige Zeit notwendig sein werden.

Schornstein und Co. werden gesprengt

Das Kohlekraftwerk soll nun Stück für Stück abgebaut werden. Keine einfache Angelegenheit, erklärt Kai Imberg von der Rückbau-Firma Thelen: "Ein Kohlekraftwerk hat natürlich eine ganze Menge Schadstoffe, die im Vorfeld erstmal saniert werden müssen. Wenn das abgeschlossen ist, werden dann mittels Maschinen große Gebäudehallen umgeworfen, umgekippt, abgebrochen." Der 126 Meter hohe massive Schornstein soll gezielt gesprengt werden, damit er in einem Stück umfällt. Auch das Kesselhaus und der Turbinentisch werden "sprengtechnisch zu Fall gebracht", so Imberg.

Neue Flächennutzung durch Stadtwerke und Seehafen

In zwei Jahren soll dann von dem Bau nichts mehr übrig sein. Die Stadtwerke und der Kieler Seehafen teilen sich dann das freigewordene 14 Hektar große Grundstück. Die Stadtwerke wollen die Fläche unter anderem für den Bau einer neuen Großwärmepumpe nutzen, der Seehafen vor allem für den Ausbau des Papierumschlags.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.11.2021 | 16:00 Uhr

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Energie

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