Kiel: Unterwasser-Arbeiten für eine neue Kaimauer am NOK

Stand: 12.11.2021 14:43 Uhr

Die Kaimauer des Kieler Nordhafens am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) ist auf einer Länge von rund 18 Metern beschädigt. Ein Schiff war vor einem Jahr in die Schleusentore gekracht. Taucher reparieren die Schäden.

Baustellen-Leiter Gerard Tänzler steht an der Kaimauer und zeigt auf die Risse. "Im Prinzip ist das schon einsturzgefährdet. Da darf man eigentlich schon nicht mehr drauf laufen." Zusammen mit seinem Team ist er für die Reparaturarbeiten zuständig - eben auch unter Wasser. Taucher ist Omar Aued - er hat 27 Jahre Taucherfahrung. Der erste Schritt: 17 Stahlträger müssen an die alte Wand gebracht werden. An eine Hilfskonstruktion geschweißt, wird eins der neun Meter langen Teile in die richtige Tiefe und ungefähr auf Position gebracht.

Verbunden durch das Tauchertelefon

Ein Mann im Tauchanzug führt Schweißarbeiten unter Wasser durch.
Schlechte Sicht und kalte Temperaturen: Taucher Omar Aued ist eineinhalb Stunden unter Wasser.

Über ein Tauchertelefon kann Aued permanent mit seinem Team über Wasser kommunizieren. Der Taucher bringt den Stahlträger mit Wasserwaage und Zollstock genau ins Lot - und das bei knapp zehn Grad Wassertemperatur und einer Sicht von weniger als zwei Metern. "Der Träger ist in Position", sagt er durch das Tauchertelefon. Atem- und Tauchgeräusche sind zu hören.

Eineinhalb Stunden unter Wasser

Die Schifffahrt auf dem Nord-Ostsee-Kanal wird für seine Arbeit nicht eingestellt. Unter Wasser kann der Sog der Schiffe Aued von der Wand abtreiben lassen. Nach mehr als einer Stunde unter Wasser ist der neue Stahlträger fixiert und Aued prüft seine Schweißnähte. Der Tauchgang hat fast 90 Minuten gedauert.

Die ganze Arbeit an der Spundwand wird noch lange dauern - vermutlich drei Monate. Die Kosten übernimmt eine Versicherung.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 12.11.2021 | 19:30 Uhr

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