Kiel-Oppendorf: Bombe ohne Probleme entschärft

Stand: 12.10.2021 12:16 Uhr

Der Kampfmittelräumdienst hat eine Bombe entschärft, die vor einigen Tagen auf einem Privatgrundstück gefunden worden war. In Kiel und Schönkirchen mussten rund 2.000 Menschen raus aus ihren Häusern.

Als sichergestellt war, dass sich niemand mehr in dem Gebiet aufhielt, begannen die Expertinnen und Experten des Kampfmittelräumdienstes, den Blindgänger zu entschärfen. Der Kampfmittelräumdienst sagte eine unkomplizierte Entschärfung voraus - und so war es dann auch. Nach rund einer halben Stunde war die Bombe entschärft und die Anwohnerinnen und Anwohner konnten in ihre Häuser zurückkehren.

VIDEO: Polizei: "Hat heute alles gut funktioniert" (1 Min)

Blindgänger war leichter als erwartet

Maike Saggau von der Kieler Polizei erklärte, der Blindgänger war nicht so schwer wie zunächst angenommen: "Die ursprüngliche Angabe, dass die Fliegerbombe circa 500 Kilogramm wiegt, konnte nochmal korrigiert werden. Es kam die Hälfte zustande - also 500 Pfund."

Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei sind vor Ort. © NDR Foto: Cassandra Arden
Die Entschärfung der Bombe war nach Angaben des Kampfmittelräumdienstes unkompliziert.

Die Entschärfung lief demnach auch deswegen so reibungslos, weil die Zünder an Kopf und Heck relativ gut in Schuss waren - also nicht verrostet oder verbeult.

B502 blieb befahrbar, Bahnverkehr pausierte

Der Evakuierungsbereich reichte bis an die B502 heran - die Bundesstraße selbst blieb aber durchgehend befahrbar. Anders sah es mit dem Bahnverkehr aus: Er wurde vorübergehend ausgesetzt, weil der Fundort der Bombe ganz in der Nähe des Bahn-Haltepunktes Kiel-Oppendorf liegt - von dort fahren normalerweise Züge zum Kieler Hauptbahnhof. Die Anwohnerinnen und Anwohner mussten den gekennzeichneten Bereich verlassen. Die Polizei errichtete Straßensperren, damit niemand mehr in den Sperrbereich fahren konnte.

Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule ist Ersatzunterkunft

Als Ersatzunterkunft diente die Sporthalle der Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule im Masurenring 9 in Kiel. Rund 30 Anwohnerinnen und Anwohner nahmen das Angebot in Anspruch.

Bombe war bei Bauplänen für einen Carport aufgefallen

Ein Bagger bereitet eine Bombenentschärfung auf einem Spielplatz vor.  Foto: Ronald Rathje
Eigentlich sollte dort ein Carport hin, aber dann entdeckten Experten eine Bombe im Garten der Rathjes.

Experten waren mithilfe von Luftbildern auf die Bombe gestoßen. Denn die Familie, die auf dem Grundstück lebt, wollte einen Carport im Garten bauen. Bei einer Bodensondierung hat sich der erste Verdacht erhärtet: Im Garten liegt ein Blindgänger in über zwei Metern Tiefe. Schwer zu glauben für Familienvater Ronald Rathje: "Wie wahrscheinlich ist es, dass so etwas im eigenen Garten passiert?"

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Bomben werden lokalisiert und entschärft. © NDR

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.10.2021 | 12:00 Uhr

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