Stand: 12.07.2018 13:55 Uhr

Keine Hinweise auf NS-Opfer unter Spielplatz

Experten des Archäologischen Landesamts sind am Donnerstag in Norderstedt Hinweisen auf ein mögliches Massengrab aus der NS-Zeit unter einem Spielplatz nachgegangen - allerdings ohne Ergebnis. "Hier ist nichts, was darauf hindeutet, dass von Menschen Gruben ausgehoben worden sind", sagte der Leiter des Landesamts, Ulf Ickerodt, nach der ersten Phase. Am Vormittag hatten die Archäologen eine Fläche von acht bis zehn Meter mal anderthalb Meter untersucht. Dabei gelangte lediglich "moderner Schrott" wie Keramikreste aus dem 20. Jahrhundert an die Oberfläche. Am Nachmittag wurde ein weiteres ähnlich großes Areal untersucht. Aber auch dort fanden sich keine Hinweise auf ein Massengrab.

Ausgrabungen auf Spielplatz ohne Ergebnis

Archäologen gehen Hinweisen einer Anwohnerin nach

Wie ein Sprecher der Stadt Norderstedt sagte, gab es Hinweise einer Anwohnerin, die dort im Stadtteil Harksheide in den 60er-Jahren aufgewachsen sei. Sie habe geschildert, dass damals immer wieder Knochen gefunden worden seien. Man habe in der Siedlung darüber gesprochen, dass es sich um menschliche Überreste aus der NS-Zeit handeln könnte. Möglicherweise, so die Frau, gebe es einen Bezug zu der nur zwei, drei Kilometer entfernten Klinik Ochsenzoll. Das "Hamburger Abendblatt" hatte berichtet, dass die Zeugin vermutet habe, dass Mitarbeiter der damals sogenannten Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn an dieser Stelle vor mehr als 70 Jahren Opfer des Euthanasie-Programms vergraben hätten.

Ein abgesperrter Spielplatz in Norderstedt. © NDR Fotograf: Marie Meyer

Grabungen auf dem Spielplatz in Norderstedt

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

Unter dem Spielplatz an der Straße "Am Hochsitz" in Norderstedt könnte sich ein Massengrab aus der NS-Zeit befinden. Experten wollen das jetzt herausfinden und graben.

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Spielplatz wird wieder hergestellt

"Es gibt unterschiedliche Versionen, denen jetzt nachgegangen wird", so eine Sprecherin noch am Morgen. Aussagen von Zeugen würden von den Archäologen ernst genommen. Das Archäologische Landesamt nimmt während der Ausgrabungen Bodenproben. "Sollten die Archäologen auf Knochen stoßen, wird die Kriminalpolizei hinzugezogen," sagte eine Sprecherin. Seit Bekanntwerden der Vermutungen im Mai war der Spielplatz gesperrt. Schon am Freitag soll damit begonnen werden, den Spielplatz wieder herzurichten.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.07.2018 | 10:00 Uhr

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